Der Nagelschmied.
In der Nagelschmiede werden Nägel aller Größen hergestellt.

“Zu einer Nagelschmiede ist nur ein Flächenraum von etwa 10 Quadratmetern erforderlich; denn Maschine und viele Werkzeuge, wie sie in eine andere Schmiede gehören, braucht sie nicht aufzunehmen.
Eine kleine esse und hinter oder über ihr ein kleiner Blasebalg, ein Amboß mit einem hineingesteckten Schrotmeißel, ein paar Hammer und einige Zangen und Nageleisen sind ihre sämtlichen Werkzeuge.
Wer schon einmal einen Nageschmied bei seiner anstrengenden Arbeit beobachtet hat, der hat ihn sicherlich nicht beneidet.
Will er nur einigermaßen verdienen, so muß er unaufhörlich mit Händen und Füßen tätig sein.
Mit der linken Hand wendet er nach jedem Schlag den Eisenstab, aus welchem er den Nagel fertigt, solange, bis die Form  durch das bestimmte Nageleisen geht.
Ist das der Fall, so wird die für einen Nagel erforderliche Länge mit dem Schrotmeißel abgehauen und dann der Nagelkopf in dem Nageleisengelenke geformt.
Mit dem linken Fuße hat er unterdes eine zweite Eisenstange ‘hitze’ gemacht. Schnell wird nun auch von dieser eine bestimmte Länge zum Nagel geformt. So geht es ohne Unterbrechung von morgens früh bis abends spät. Die angefertigten Nägel muß der Nagelschmied dann bei den verschiedenen Kunden abzusetzen versuchen.
Maschinen, die viel billiger und schöner arbeiten, haben die Fortsetzung dieses Berufes bereits unmöglich gemacht.”
(Hrsg. Ernst Bock: Alte Berufe Niedersachsens. 1926 – Text von E. Bähre-Ahlem)


Berufsbezeichnungen

Nagelschmied, Nagler
nailer, nailsmith (engl.), szögkovács (ungar.)

Nagelschmied

1568 [Amman]

Der Nagler, Niederlande 1568, Amman
Der Nagelschmid bin ich genannt
Mach eysern Negel mit der Hand
Allerley art’ auff meim Amboss
Kurtz vnde Land, Klein vnd auch Groß
Bühnegel, Schloßnegel’ darzu
Faßnegl, Schuchzweck/ ich machen thu/
Halbnegel/ pfeninnegel starck
Find man bey mit/ an offnem Marck.”

Nagelschmied

1699 [Weigel]

Anzeige



%d Bloggern gefällt das: