Der  Schlosser  ist ein sog. Kleinschmied – seine Namensgebung  geht auf die ursprüngliche Spezialisierung,
der Anfertigung von Schließvorrichtungen, Schlössern, Schlüssel und zugehörigen Beschlägen, zurück.

Schlosser, Schloss, SchlüsselEr durfte, den vorgeschriebenen Regeln folgend, Nachschlüssel herstellen und fremde Schlösser öffnen (was heute ein moderner Schlüsseldienst erledigt). Zur Sicherung des Lebensunterhaltes erledigten er darüber hinaus auch die eine oder andere kleinere Schmiedarbeit. Wie andere Schmiede waren auch Schlosser zunftzugehörige Handwerker.

Handwerkichen Schlosserarbeit und Schmiedearbeit ließen sich von jeher nur schwer voneinander abgrenzen. Deshalb wurde bei der Neuordnung des Handwerks 1989 in Deutschland der Beruf der Schlosser mit dem der Schmiede zum Metallbauer zusammengefasst.

zwei moderne Schlüssel

Schlosser, zur Metallindustrie gehöriger Gewerbetreibender, der Schlösser anfertigt (eigentliche Schlosserei), ferner Beschläge für Thüren und Fenster, Bänder, Riegel, Verschlüsse u. a. herstellt und anbringt (Bauschlosserei). Daran schließt sich die ornamentale Schlosserei und Kunstschmiederei, die Anfertigung von Eisenkonstruktionen, die Geldschrankschlosserei, die Installationsschlosserei (Anlagen von Gas- und Wasserleitungen, Blitzableitern, Haustelegraphen, elektrischem Licht). Eine andere Hauptgruppe bildet die Maschinenschlosserei und die fabrikmäßige Herstellung von Erzeugnissen der Schlosserei.

Die Schlosser gingen im 14. Jahrhundert, als Kleinschmiede aus dem Handwerk der Schmiede hervor. 1882 gab es in Deutschland 93 Schlossereibetriebe ohne, 14 230 mit 1-5, und 976 mit mehr als 5 Gehilfen. Der 1886 gegründete Verband deutscher Schlosserinnungen (Sitz seit 1894 in Hamburg, vorher in Berlin; Organ: „Deutsche Schlosserzeitung“ daselbst) zählt 100 Innungen mit 4000 Mitgliedern.

[BrockhausLeipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896]

 

 


Berufsbezeichnungen

Schlosser,   Feinschlosser,   Kleinschmied,   Schloßmacher,   Schloßschmied,
(veraltet) –  Slosser,   Slozzer,   Slozere,   Schloszer
Albanisch:
Bretonisch:
Bulgarisch:
Dänisch:
Englisch:
Esperanto:
Estnisch:
Finnisch:
Französisch:
Griechisch:
Irisch:
Isländisch:
Italienisch:
Jugoslawisch:
Katalanisch:
çelësbërës, bravapunues
alc’hwezer, alc’hwezour


locksmith, fitter
forgisto

lukkoseppä
ajusteur, mécanicien, serrurier



fabbro

manyà, manyana
Kroatisch::
Lateinisch:
Niederländisch:
Norwegisch:
Polnisch:
Portugiesisch:
Rumänisch:
Russisch:
Schwedisch:
Slowakisch:
Slowenisch:
Spanisch:
Tschechisch:
Türkisch:
Ungarisch:

ferrarius
slotenmaker

ślusarz
serralheiro, chaveiro
fierar
слесарь
låssmed


herrero
zámečník
çilingir
lakatos

Spezialisierungen: Bau- und Kunstschlosser, Installationsschlosser, Geldschrankschlosser, Werkzeugschlosser
verwandte Berufe: Kfz-Schlosser, Landmaschinenschlosser, Maschinenschlosser, Schiffsschlosser, Stahlbauschlosser

Schlüssel hängt an einem Nagel

vor 1900


 

 


Zunft-, Innungs- und Berufszeichen

Zunftzeichen, Zunftwappen, Schlosser

 


Der Schloßer oder Kleinschmied verfertigt aus Eisen und Stahl, Schlösser und andere Beschläge an Thüren und Fenstern, allerley Arten Bänder, Riegel, Ringe und Handhaben, eiserne Thüren, Geldkisten, Gitter- und Sprengwerke, Bratenwender und Uhren, ingleichen allerley grobe Arbeit an Stücken, Pöllern und dergl. Er gebraucht dazu eine Esse, Zange, Ambosse, Meissel, Blechscheeren, Schraubstöcke, Gesenke (Formen), Kluppen, Feilbogen, Feilen, Bohrer, und dergl.
Ein Schloß, als womit sich der Schloßer am meisten beschäftigen muß, besteht aus einem Bleche, woran das Uebrige haftet, in einem oder mehr Riegeln, so durch das Gefieder gesperret werden, einem einfachen oder doppeltem Eingerichte, Dorn, worauf der Schlüssel eingestecket wird und zugehörigem Schlüßel. Es giebt deutsche und französische Schlösser. Ein Blindschloss heißet, das überdeckt, und anders nicht, als mit dem Schlüßel, es sey von innen oder von aussen kann geöffnet werden. Ein Vorhängeschloß, das nicht an der Thür vest ist, sondern von einem Anwurf in die Krampe gehängt, und also verschlossen wird. Der Schlüßel wird insgemein von Eisen gemacht, und bestehtaus einem Ringe, an welchem er angehängt und aufgedrehet wird, aus einer Röhre, welche über den Dorn, durch das Schlüsseloch in das Schloß hineingestoßen wird, und aus einem Barte, der an dem andern Ende der Röhre angenietet, den Riegel inwendig im Schloße faßt und durch das Umdrehen öffnet. Dieser ist durchbrochen, wenn das Schloß inwendig ein Gewinde hat.
(aus: Hrsg. J.S.Stoy. Bilder-Akademie für die Jugend. Nürnberg 1784)


Werkzeuge der Schlosser

Schlosserhammer, Schraubstock, Schweißbrenner, Metallsäge (Bügelsäge), Handbohrmaschine, Gewindebohrer, Sperrhorn, Sperrzeug
Feilen: Flachfeile (Schlichtfeile), Rundfeile, Vorfeile, Bogenfeile


 

Schlüssel und Schlösser

 


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