Der Schmied.
Der Beruf der Schmiede gehört zu den ältesten Handwerken der Menschheit. Sie bearbeiten Metalle mit Hilfe von Feuer und Schlagwerkzeugen.

Die Bedeutung, die Metall für unsere Entwicklungsgeschichte hatte, zeigt sich schon darin, dass ganze Zeitepochen danach benannt wurden – angefangen von der Kupfer(stein)zeit … über die Bronzezeit … bis zur Eisenzeit, als man begann, Eisen aus Erz zu gewinnen und für die Herstellung von robusteren Werkzeugen, Ackerbaugerät, Waffen und verschidenstes Gebrauchszeug nutzbar zu machen.

 

Die Fähigkeiten zur Metallverarbeitung erfanden und entwickelten unsere Vorfahren zuerst mit den Edelmetallen Kupfer, Gold und Silber. Die ältesten bearbeiteten Schmuckplättchen aus Kupfer wurden in Anatolien gefunden und von Archäologen auf auf das 8. vorchristliche Jahrtausend datiert.

 


Berufsbezeichnungen

Schmied, Schmid, Faber

Der Schmied – ein Beruf mit vielfältigsten Spezialisierungen

Unterscheidung nach Lage und Aufgabengebiet der Schmiede:

  • Bergschmied – zuständig für Bergwerksbedarf
  • Dorfschmied – zuständig für jeglichen Bedarf
  • Feldschmied – im Militäreinsatz
  • Gutsschmied – auf einem Rittergut oder Gutshof
  • Hafenschmied – zuständig für Schiffsbedarf (z.B. Ankerschmied)
  • Hofschmied – am Fürsten- oder Königshof
  • Klosterschmied

Unterscheidung nach Größe der zu fertigenden Wekstücke:

  • Grobschmied (welcher größere Eisenwaren verfertigt)
  • Kleinschmied (Schlosser)

Unterscheidung nach Arbeitsweise:

  • Hammerschmied (sog. Schwarzschmied, ugs. ‚Schwarzer Graf‘)
  • Kaltschmied (z.B. Pfannenschmied)

Unterscheidung nach Material:

Unterscheidung nach Endprodukt:


 

Schmiede

1568 – [ Jost Amman / Hans Sachs ]

Schmied

 

 

 

 

 

 

Ich Huff schmidt kan die pferd beschlagn /
Darzu die Räder / Karn vnd Wagn /
Schwäntzen vnd Lassen ich wol kan /
Den Pferden / die auch Schäden han /
Ich kan heyln / Retzen vnd Reiden /
Den Feyfel vnd die Angstel schneidn /
Zu den Ciclopen trag ich Gunst /
Die erfunden deß Schmidwercks Kunst.

 


 

Schmiede, Schmied, Eisen

Neben körperlicher Kraft und Ausdauer benötigt ein Schmied Kenntnisse über die verschiedenen Metallsorten, deren Eigenschaften und speziellen Bearbeitungssmethoden. Der Arbeitsplatz der Schmiede war früher die klassische Dorfschmiede – besonders begabte Handwerker konnten zum Guts- oder Hofschmied berufen werden. Es gab aber auch umher reisenden,  sog. ‚Laufschmiede‘, einer Art Vorläufer der dann im Krieg eingesetzten Feldschmiede.

 

 

 

 

 


 

Schmied, Amboss

1906

Der Schmied  [Ludwig Uhlan]

Ich hör meinen Schatz,
Den Hammer er schwinget,
Das rauschet, das klinget,
Das dringt in die Weite,
Wie Glockengeläute,
Durch Gassen und Platz.

Am schwarzen Kamin,
Da sitzet mein Lieber,
Doch geh ich vorüber,
Die Bälge dann sausen,
Die Flammen aufbrausen
Und lodern um ihn.

‚Lore von Tore‘

Und kommt sie getrippelt
das Gässchen hinab,
so wird mir ganz schwül
vor den Augen, und hör ich
von weitem ihr leises Klipp-Klapp,
kein Niet und kein Band will mehr taugen.

 


Ob mirs gelang, bei Tag und Nacht,
mein eignes Glück zu schmieden?
Oft hab‘ ich andre froh gemacht,
mein Lohn war Schweiß und Frieden.

 

 


Redewendungen und Sprichwörter

  • Der Schmied hämmert auch im Traum
  • Ein schlechter Schmied, der die Funken fürchtet.
  • Der Schmied gebraucht die Zange, damit er sich die Hände nicht verbrennt.
  • Der Schmied schmiedet oft Fesseln für seine eigenen Füße.
  • Ein geschickter Schmied verbrennt sich auch wohl einmal die Finger.
  • Wie der Schmied, so das Eisen.
  • Jeder Schmied lobt die Axt, die er gemacht hat.

 

weiter zu Teil II:
Zunftzeichen, Werkzeuge, Arbeitsprozesse etc .

%d Bloggern gefällt das: