Die Köhler verarbeiten Holz zu Holzkohle.
Der Köhler nutzte als Waldarbeiter ein seit dem Altertum bekanntes Verfahren, um Holzkohle zu gewinnen: Die Kohlenbrennerei in einem Meiler. Große Holzscheite wurden stehend oder liegend in halbkugelförmigen Haufen (Meiler) um 3 in der Mitte errichtete Pfähle (Quandel) aufgesetzt und mit einer Schicht aus Erde und Grasnarbe abgedeckt. Unter dieser Decke wurde die Verbrennung durch sparsame Luftzufuhr so gesteuert, dass nur wenig Holz, aber das sich entwickelnde Gas verbrannte. An der Farbe des Rauches konnte der Köhler erkennen, wann die Verkohlung des Holzes abgeschlossen war. Nun konnte der Meiler abkühlen, und die Kohle wurde gezogen. Das schwarze Produkt wurde an Schmiede und zur Metallschmelze an Hütten geliefert. Holzkohle wurde auch zur Schießpulverherstellung genutzt (Schwarzpulver) und bei der Anfertigung von Tinte und Tusche verwendet. Metall konnte mit Holzkohle poliert werden. Auch wurde fauliges Wasser mit frischer Holzkohle gefiltert.


Berufsbezeichnungen

Köhler, Aschenbrenner, Kohlbrenner, Kohlenbrenner, koler (15.Jh.)
charburner (engl.), charcoal burner (engl.), charcoal maker (engl.), collier (engl.), charbonnier (franz.), carbonaio (ital.), koolvis (niederl.), kullbrenner (norweg.), kolare (schwed.), carbonero (span.)
 


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Bei einer Wanderung durch unser heimatliches Bergland, wie Harz, Solling usw., glückt es uns vielleicht noch einmal, mitten im Walde, weit ab von menschlichen Ansiedlungen, ganz unverhofft den Köhler anzutreffen. Er steht zufällig vor seiner aus Baumstämmen erbauten und mit Borke oder Grasboden bedeckten Köte, die unten groß ist und nach oben spitz zuläuft. In ihrem Innern ist’s fast dunkel. einige Pritschen zum Ruhen stehen an der runden Wand, ein schlichter Tisch mit Bänken und einige Kleiderhaken sind die ganze Ausstattung. Mitten in der Köte befindet sich die Feuerstätte. Mehrere sicht verschließbare Kisten enthalten Lebensmittel, wie Brot, kartoffeln, Wurst und Mehl.
Es geht auf Mittag. Da die Frau gestern erst wieder die Lebensmittel aufgefüllt hat, so will der Köhler heute für sich und seine Gesellen Rührei braten, wozu jeder eine dicke Scheibe Brot verzehrt. Ist die Mahlzeit fertig, so schlägt der Meister mit einem Holzhammer gegen ein an einem Stricke freihängendes Buchenbrett. Der laute Klang ruft dann die Seinen in die Köte. Vom Frühling bis zum Herbste hausen die Köhlersleute im Walde, und nur selten geht mal einer auf einige Stunden ins Dorf hinab.
In einiger Entfernung von der Köte steht schon wieder ein neuer „Meiler“. Das Holz, das der Schlittner zusamengeholt, ist kunstgerecht zu einer großen und hohen Halbkugel aufgebaut worden. Eine Decke von Zweigen und vor allen Dingen Erde umhüllt den Meiler. In der decke aber sind Löcher angebracht, welche den Rauch des angezündeten Meilers entweichen lassen. Durch Öffnen und Schließen dieser Löcher wird das unsichtbar weiterbrennende Feuer in regelmäßigem Zuge gehalten. Nachdem der Meiler einige Wochen gebrannt hat und die Holzkohle gut ist, was an der Farbe des Qualmes zu sehen ist, wird die Decke wieder fortgeschaufelt. Das Holz im Meiler ist aber nicht verbrannt, sondern nur verkohlt, weil ja die zur Verbrennung nötige Luft mit ihrem Sauerstoff fehlte. Die glänzende schwarze Holzkohle wird nun, nachdem sie erkaltet ist, auf Wagen fortgeschafft.
Dieser noch aus dem Altertum stammende Meiler- oder Köhlerbetrieb im freien deutschen Walde geht aber allmählich immer mehr zurück, und hier und da, wo sonst noch Köhler arbeiteten, sieht und hört man jetzt von ihnen nichts mehr. Immer mehr verwendet man heutzutage runde oder eckige gemauerte Meileröfen. Sie gestatten eine leichtere, vollständigere Gewinnung der Nebenprodukte, wie Teer und Holzessig, die beim schlichten, ursprünglichen Meilerbetriebe in der Regel verloren gehen. Diese Öfen liefern aber geringere Ausbeute und weniger gute Holzkohle. […]
(Hrsg. Ernst Bock: Alte Berufe Niedersachsens. 1926)


Köhler, Köhlerhütte

1698 [Christoph Weigel]

„Die Gesellschaft hat Gewalt,
sie macht glühend oder kalt.
Bleich wie der Kohlen muntern Glut
auffhilft, das was sie solt zu ersticken;
So läßt ein Tugend heisser Mut,
beschwert, den treuen ??ffer blicken,
und zündet, wo er immer kan,
für Nachfolg andre Herzen an“


Redewendungen und Spruchweisheiten

  • Man kann nicht Köhler und Bleicher zu gleicher Zeit sein.
  • Ein Köhler schwärzt den andern.
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