Der Feuerwehrmann

Aquarell: Feuerwehrleute fahren auf Löschfahrzeugen zum Einsatz

Für einen  Feuerwehrmann,  und natürlich auch eine Feuerwehrfrau, geht es im wörtlichsten Sinne oft brandheiß und lebensgefährlich zu.

Neben ihrer Hauptaufgabe, der Brandbekämpfung, eilen Feuerwehrleute auch bei anderen Notfällen zu Hilfe. Viele Menschen wurden von ihnen z.B. schon aus dem Wasser oder aus zerborstenem Eis vorm Ertrinken gerettet, wie auch manches Kätzchen von einem Baum.

sw-Stich: Feuerwehr im Einsatz mit Feuerspritze
1661, Nürnberg

Berufsbezeichnungen

Feuerwehrmann, Feuerwehrleute, Feuerwehrfrau

pompier (rum.+ franz.), brandmand (dän.), fire man (engl.), fire fighter (engl.), fire officer (engl.), paöomies (finn.), slökkviliðsmaður (isl.), reykkafari (isl.), pompiere (ital.), vatrogasac (kroat.), gasitelj (kroat.), brandweerman (niederl.), brannmann (norw.), strażak (poln.), bombeiro (port.), brandman (schwed.), brandsoldat (schwed.) , bombero (span.), itfaiyeci (türk.), yangıncı (türk.), tűzoltó (ungar.)
verwandte Berufe: Feuerpolizist


Der Feuerwehrmann bei seiner Arbeit

  • Bildserie:
    Dem Höchsten zur Ehr‘
    Dem Nächsten zur Wehr.

Berliner Feuerwehrleute


Feuer! Feuer!

Hört ihr? – Das ist die Feuerwehr! – seht, da rasselt und klingelt sie durch die Straße. Da kommt die große Dampfspritze – nun der Leiterwagen – und nun noch ein Wagen mit den Feuerwehrleuten. Alle Leute bleiben stehen, die Wagen, die auf der Straße fahren, müssen anhalten und due Feuerwehr vorbeilassen, denn bei einem Brande kommt es auf jede Sekunde an. Einen Augenblick zu spät und – die Menschen oder Sachen auf der Brandstelle können nicht mehr gerettet werden.

Gestern mitta ging ich an dem Tore er Feuerwache vorbei. Da läutete gerade wieder die große Glocke über dem Eingang. Das ist das Zeichen, daß im Bureau ein gemeldet ist. In demselben Augenlicke öffnete die Wache das breite Eingangstor. In demselben Augenblicke kamen aus der offenen Stalltür die Pferde herausgelaufen und aus dem Mannschaftszimmer die Feuerwehrleute. Die Pferde liefen sofort von selbst zu ihren Plätzen an den Wagendeichseln. Die Männer kletterten auf die Wagen oder strängten rasch die Pferde an. Der Hauptmann mit seinem langen Degen kam in vollem Galopp aus dem Hause, zog noch im Laufen seine Handschuhe an und rief den Reitern auf den Pferden eine Straße und eine Hausnummer zu und im nächsten Augenblicke fuhr ein langer Wagenzug unter lautem Geklingel und schnellstem Pferdegetrappel über den Hof zum Tore hinaus.

Nach ein paar Minuten mochten die Wagen schon an der Brandstelle halten und mit dem Löschen begonnen haben. Und so rasch wurde alles gehandhabt, so genau wußte jeder, was zwischen Klingelzeichen und Abfahrt vorging.

Und das ist gut so! Gar mancher große Brand ist schon durch Schnelligkeit der Feuerwehr gelöscht und unsägliches Unglück verhütet worden. Aber wieviel Gerätschaften führen sie auch auf alle Fälle mit sich. Endlos lange Wasserschläuche, um armdicke Strahlen in die Gluten ohne Unterlaß zu gießen. Da sind Leitern, die lang auseinander gezogen werden können, bis sie die Dächer auch der höchsten Häuser erreichen. So können aus den oberen Fenstern eines Hauses nch Menschen gerettet werden, wenn das Haus unten in vollen Flammen steht.

Als Schutz gegen Rauch führen sie Rauchhelme mit. Die sehen ähnlich aus wie Helme, die die Taucher bei ihrer Arbeit unter Wasser gebrauchen. Der ganze Kopf des Feuerwehrmannes ist von dem Helm bedeckt. Vor den Augen sind Gläser, durch welche er sehen kann, was um ihn her vorgeht. Hinten am Helm sitzen zwei lange Schläuche. Durch den einen wird frische Luft in den Helm geblasen und durch den anderen strömt die schlechte wieder aus. So sind die Feuerwehrleute gegen den Rauch geschützt. Mit dem Helme auf dem Kopfe dringen sie in die rauchgefüllten Zimmer und tragen auf ihren Armen die von dem Rauche und der Angst schon ohnmächtig gewordenen Menschen heraus an die frische Luft, ohne befürchten zu müssen, daß sie selbst im Rauche ersticken. An der Seite hängt ein kleines scharfes Beil, damit sie auch im Notfalle verschlossene Kammertüren aufschlagen können. Alle diese vielen Einrichtungen, die Wagen, die Pferde, die Spritzen, die Schläuche, die Leitern, die Dampfspritzen, die Uniformen und die tausend Kleinigkeiten kosten viel Geld, aber dafür hat die Feuerwehr auch schon in unzähligen Fällen Hilfe gebracht und für viele Millionen Mark Waren gerettet und Menschen vom Tode durch die Flammen gerettet, und das ist mit Geld überhaupt nicht zu bezahlen. […]

aus: „Heute und vor Zeiten; Bilder und Geschichten“ von Heinrich Scharrelmann, 1906

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Löschfahrzeuge, Lösch- & Rettungsgeräte, Arbeitsuntensilien

(Kohlensäure-)Löschwagen, Wasserwagen, Rüstwagen, Tenderwagen, Mannschaftswagen
(pneumatische/fahrbare/tragbare) Schiebeleiter, Haklenleiter, Anstellleiter,
Dampfspritzen, Handspritzen, Kübelspritzen,
Schlauchkarren, Rettungsschläuche, Druckschäuche
Sprungtuch, Rutschtuch
Rauchhauben, Löscheimer
Feuermelder, Hydranten
reißfeste Feuerwehrleine
Rettungsschlinge mit Karabinerhaken
Holzkeile (zum Offenhalten von Türen)


Schutz- und Arbeitskleidung der Feuerwehrleute

Die gesamte Montur wiegt bis zu 25 Kilogramm.

  • Schutzanzug besteht aus Hose (diese wird über den Stiefeln getragen, damit nichts in den Schuh fließen kann) und Jacke, die derzeit mehr als 1000°C aushalten
  • strapazierfähige Handschuhe
  • Totmannwarner = elektrisches Warngerät zum Schutz der Feuerwehrleute. Bewegt sich ein Feuerwehrmann seit einer bestimmten Zeit nicht mehr, ertönt ein lautes Piep-Signal, um ihn orten zu können.
  • Spezialstiefel: sie haben eine Eisensohle, so dass keine Nägel und andere spitzen Gegenstände in die Sohle dringen können. Außerdem haben die Feuerwehrstiefel Stahlkappen, um die Füße vor herabfallenden Objekten zu schützen.
  • Preßluftatmer (Atemmaske)
  • Feuerwehrhelme (heutzutage mit Nackenschutz)

Es wird daran gearbeitet, die Schuhe zukünftig

mit Minisensoren auszustatten, um die Feuerwehrleute in verqualmten Gebäuden mithilfe von 3D-Navigationsbrillen orten und retten zu können.


  • Video

‚Fire Fighters‘ – um 1940 (englisch)

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