Die Arbeit einer Wäscherin in früheren Zeiten war sehr hart
und trotz der extrem schweren körperlichen Arbeit war ihr Ansehen sehr gering.

Wäschewaschen im Wandel der Zeit    >  > >

Farbillu: kniende Wäscherin am Waschbottich

 

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts musste das Wäschewaschen irgendwie von Hand erledigt werden – es gab weder moderne Waschmittel noch -maschinen. Auch fehlte es noch an Gerätschaften, um die Wäsche vor dem Aufhängen etwas trockener zu bekommen. Stoffe und Kleidungsstücke waren früher ohnehin schwerer als heute und das umso mehr, wenn sie mit Wasser vollgesogen waren.

Farbfoto: Gedenktafel

Berlin-Köpenick, Alter Markt 4

1835 gründete Henriette Lustig in Köpenick (damals noch außerhalb von Berlin gelegen) die erste Wäscherei und gilt als Begründerin des Wäschereigewerbes. Der Standort an der Köpenicker Spree eignete sich besonders, da das dortige Wasser einen niedrigeren Wasserhärtegrad besaß und großflächige Wiesen zum Trocknen und Bleichen genutzt werden konnten. Vor allem die Nähe zu Berlin brachte alsbald einen stetig wachsenden Kundenkreis. Bevor sie sich ein Pferdegespann leisten konnte, ließ sie die Wäsche mit Hundewagen von und zur Stadt transportieren.

In London gab es 1892 in dem Witheley-Kaufhaus einen ersten Wäschereiservice.

 


Berufsbezeichnungen

Wäscherin,   Waschfrau,   Waschweib,   (österr.) Wäschermädel  –  Wäscher,   Waschmann
washwoman, washerwoman, laundress, laundrywoman (engl.)
lavandaia (ital.)
lavandera (span.)
pralja (kroat.)
wasvrouw (niederl.)
vaskekone (norw.)
lavadeira (port.)
mosónő (ungar.)
laveuse, lavandiere (franz.)
Lessive (mazed.)

verwandte Berufe: Dienstmagd, Büglerin, Putzfrau


 

Die Wäsche, das Waschen  . . . das Vor- und Nachbehandeln

Empfindliche Textilien mussten sorgfältig behandelt werden. Mitunter mussten Spitzen und Borten vor dem Waschen abgetrennt, separat gewaschen und später wieder angenäht werden. Schon alleine das Wasser für’s Waschen zu erhitzen, dauerte seine Zeit. So begann der Waschtag ziemlich früh.

Auch waren die Farben oft nicht von großer Beständigkeit und mussten von daher mit speziellen Chemikalien zum Auffrischen oder Schützen der Farben behandelt werden. Ebenso mussten die Flecken aus der Kleidung entfernt werden, welches eine Wissenschaft für sich ist.

Das Auffrischen der Farben

Backpulver für Lila
Schwefelsäure für Rot
Essig und Alaun für Grün

Um Leinen zu bleichen, wurde er in einer Lösung aus Geflügelkot oder altem Urin eingeweicht. Um den Gestank wieder zu entfernen, wurde die Wäsche dann mehrere Male im Kräutersud durchgespült.
Beim Aufhängen der Wäsche im Freien, musste obendrein darauf geachtet werden, dass sie nicht gestohlen wurde.
Die Wäsche musste noch gestärkt und gebügelt werden.

Waschküche, Waschanstalt, Dampfwäscherei, Kunstwäscherei, chemische Reinigung

 


Anzeige




Gerätschaften und Hilfsmittel der Wäscherin

Walkholz * Wäscheklopfer * Wäschestampfer * Saugglocke * Waschbrett * Waschmaschine * Wäschemangel * Waschzuber * Wäscheleine * Katarakttopf * Wäschewringmaschine * Trockner * Waschräder


 

Dies & das

  • deutsches Liedgut-Erbe

Die fleißigen Waschfrauen (Kinderlied)

 

Kohle-Zeichnung: kleines Mädchen mit Puppen und deren Kleidung im Waschzuber

1923

Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh
und sehet den fleißigen Waschfrauen zu.
   Sie waschen, sie waschen, sie waschen den ganzen Tag.

Zeigt her eure Füße …
   Sie wringen, sie wringen, sie wringen den ganzen Tag.

Zeigt her eure Füße …
   Sie hängen, sie hängen, sie hängen den ganzen Tag.

Zeigt her eure Füße …
   Sie legen, sie legen, sie legen den ganzen Tag.

Zeigt her eure Füße …
   Sie rollen, sie rollen, sie rollen den ganzen Tag.

Zeigt her eure Füße …
   Sie plätten, sie plätten, sie plätten den ganzen Tag.

Zeigt her eure Füße …
   Sie klatschen, sie klatschen, sie klatschen den ganzen Tag.

Zeigt her eure Füße …
   Sie tanzen, sie tanzen, sie tanzen den ganzen Tag.

Zeigt her eure Füße …
   Sie ruhen, sie ruhen, sie ruhen den ganzen Tag.

 

 

%d Bloggern gefällt das: