Der Kesselflicker repariert beschädigte Kessel.

„[…] Mit dem Sauerteig umschmierte der Kesselflicker die beschädigten Stellen, nahm Gelbblech (Messingblech) und eine Blechschere hervor und schnitt entsprechend große Stücke Gelbblech ab. Er legte diese Stücke auf die beschädigten Kesselstellen, und mit einen spitzen Eisen schlug er mit seinem Hammer um die beschädigte Stelle herum Löcher hindurch. Nun wurden die eigentlichen Nieten angefertigt. Kleine Gelbblechstücke wurden zu dem Zwecke etwa tutenförmig aufgerollt, also unten spitz und oben breit. Diese Blechtuten stellte er auf ein Stück Eisen und schlug oben drauf, damit sie oben breit wurden. Waren die nötigen Nieten fertig, so wurde eine nach dem andern durch die Löcher gesteckt und von unten und von oben tüchtig plattgeschlagen oder vernietet, in dem der Kesselflicker zum Gegendruck während des Nietens immer eine größere dicke Bleiplatte darunterhielt. […]
Während manche Kesselflicker zu Fuß und mit der Kiepe auf dem, Rücken von Dorf zu Dorf zogen, hatten andere dagegen oft ein kleines Hundegespann.“
(aus: Hrsg. Ernst Block: Alte Berufe in Niedersachsen. 1926/ Nachdruck 1981 Gerstenberg Verlag)


Berufsbezeichnungen

Kesselbesserer (oberdeutsch), Kesselbüßer (oberdeutsch), Kesselflicker, Kessellapper (oberdeutsch),Ketelflicker (niederdtsch.),  Ketellaper (niederdtsch.), Pottlapper (niederdtsch.)

Paris, Kesselflicker

1905, Paris

%d Bloggern gefällt das: