Die Arbeit der Uhrmacher.
Sonnen- und Sanduhren zur Messung der Zeit sind seit dem Altertum bekannt. Wasseruhren wurden ausschließlich in den Klöstern betrieben und 1300 n. Chr. von mechanischen Räderuhrwerken verdrängt. In dieser Zeit entstanden aus den Reihen der Glockengiesser, Goldschmiede und Orgelbauer spezielle Mechaniker, die sich der Herstellung von Uhren widmeten.Im 14. Jahrhundert kamen grosse Räderuhren auf, und aus Italien setzte sich der automatische Stundenschlag durch. Diese Uhren waren in Kirchtürmen und städtischen Gebäuden zu finden. Als Hemmung dienten Foliot oder Waag (Balkenunruhe) mit Spindel, die in das Steigrad eingriff. Dieser Uhrentyp fand auch bei kleineren Uhren, Glockenspielen und Figurenautomaten Verwendung.

Uhrmacher, Clockmaker, Uhren

vor 1899 [Mosler]

Bei der Federzuguhr wurde zur Egalisierung des Drehmomentes bei abnehmender Federspannung die Schnecke eingesetzt. Das Nürnberger Ei als transportable Taschenuhr wurde seit 1610 gefertigt. Die Gangdauer betrug etwa 40 Stunden.
1657 wurde durch Christian Huygens das Pendel als Gangregler für Standuhren eingeführt. Von ihm stammt auch 1675 die Federuhr mit Unruhe. Seit 1759 finden wir die freie Ankerhemmung, und 1840 kam der Kronenaufzug in Gebrauch. Uhrmacher werden bereits 1341 in Magdeburg und Stralsund erwähnt. Neben den ortsansässigen Zunftmitgliedern gab es wenige zunftlose Spezialisten, die von Stadt zu Stadt zogen.Seit dem 15. Jahrhundert wurde zwischen Grossuhrmachern und Kleinuhrmachern unterschieden. Die Kleinuhrmacher fertigten Tisch- und Reiseuhren, die auf Vorrat hergestellt und direkt verkauft wurden. Im 16. Jahrhundert kam die am Körper zu tragende Halsuhr in Mode, und im 17. Jahrhundert gründeten die städtischen Kleinuhrmacher eigene Zünfte. Die Lehrzeit betrug 4 bis 6 Jahre, wobei die Lehrjungen das teure Werkzeug auf eigene Kosten anschaffen und ein hohes Lehrgeld zahlen mussten. Lehrlinge und Gesellen wohnten im Haus des Meisters, und die Gesellen erhielten einen relativ hohen Lohn.In England und der Schweiz wurden Uhren in Heimarbeit und Manufakturen in grosser Stückzahl hergestellt. Diese Uhren kamen auch auf den deutschen Markt. So war das städtische Handwerk seit etwa 1830 nur noch mit Reparaturen und Kleinhandel beschäftigt. 1824 wurde in Genf eine Uhrmacherschule gegründet. In der Schweiz betrug die Lehrzeit 2 Jahre und 6 Monate. Auch das Königreich Sachsen gründete 1878 mit den beteiligten Firmen 1878 eine Uhrmacherschule in Glashütte. Dort musste eine 4jährige Ausbildung absolviert werden.

Uhrmacher, Clockmaker, Uhren

USA, 1878


Berufsbezeichnungen der Uhrmacher

Uhrmacher, Uhrmacherin, Auer, Auermacher, Horologiarius, Orglockner, Ormeister, Seigermacher, Seyermaker, Urleinmacher, Zitgloggener

clockmaker (engl.), watchmaker (engl.), clocksmith (engl.), urmager (dän.), kelloseppä (fin.), horloger (franz.), úrsmiður (isl.), orologiaio (ital.), urar (kroat.), horlogemaker (niederl.), urmaker (norw.), zegarmistrz (poln.), relojoeiro (port.), ceasornicar (rum.), часовщик (russ.), urmakare (schwd.), hodinár (slow.), relojero (span.), saatçi (türk.), órás (ungar.)


Uhrenarten

Armbanduhr, Atomuhr, Bahnhofsuhr, Chronograph, Digitaluhr, Funkuhr, Kirchenuhr, Kleinuhr, Kuckuckusuhr, Sanduhr, Stopuhr, Taschenuhr, Turmuhr, Wanduhr, Wecker


Der Uhrmacher

“Das ist ein gar geschickter Mann. Mit den niedlichsten Werkzeugen setzt er Räder und Rädchen, Zapfen und Zäpfchen, Glocken und Glöckchen, Scheiben und Scheibchen zu künstlichen Uhren zusammen. Goldene und silberne Taschenuhren, Stutzuhren mit schönen Säulen, große und kleine Wanduhren sieht man in seiner Arbeitsstube. Die machen ein merkwürdiges Geräusch: tick, tack, tick, tack geht das immer, tief und hoch, stark und schwach. Und wenn nun gar eine Stunde vorüber ist, das solltet ihr das Schnurren und Schlagen hören. Da ruft eine große Wanduhr nach jedem Schlage: Kukuk! und eine Spieluhr fängt gar ein lustiges Stücklein an zu spielen. …”
[Volksschul-Lesebuch, Milwaukee, Wis. : G. Brumder, 1896]

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Uhren

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