Die Arbeit der Buchhändler.

russische Buchhandlung, Buchhändler, Bücher

russische Buchhandlung

„Dieser Beruf hat vieles an sich, was allen Verkäuferberufen eigen ist, er ist aber durch die Art der Ware, mit der man es hier zu tun hat, dem Buch, etwas Besonderes. So haben hier die ‚Warenkenntnisse‘, nämlich die Kenntnis von Autoren und Büchern, der verschiedenen Literaturgattungen, vom Verlagswesen und von Katalogen, von der Buchherstellung und von vielem anderem grosse Bedeutung. Daneben muss sich der angehende Buchhändler mit den kaufmännischen Arbeiten vertraut machen, also das Bestellwesen kennenlernen, sich buchhalterische Kenntnisses aneignen, Geschäftskorrespondenz erledigen usw.
Die Anforderungen, die in diesem schönen und interessanten Beruf gestellt werden, sind gross: Eine gute bis sehr gute Schulbildung, in der Regel die mittlere Reife, ist als Voraussetzung notwendig. Dann aber sind geistige Regsamkeit und Aufgeschlossenheit, rasche Auffassung, gutes sprachliches Verständnis und ein überdurchschnittliches Gedächtnis erforderlich. Daneben braucht es noch die Eigenschaften, die einen guten Verkäufer auszeichnen … . Interesse an Dichtung und Literatur, an Kunst und Wissenschaft müssen ebenfalls von Haus aus da sein, um eine Befriedigung im Beruf des Buchhändlers finden zu können. Das Beraten und Informieren der Kunden, die sich zur Weiterbildung, zur Unterhaltung oder zu Geschenkzwecken Bücher erwerben, ist für den im Buchverkauf Tätigen immer wieder ein beglückendes Erlebnis. Lehrzeit 3 Jahre.“
(Leber, Willi / Burges, Bernhard: Der junge Mann vor der Berufswahl. 400 Männerberufe. Stuttgart 1966)


Berufsbezeichnungen

Buchhändler
book keeper (engl.)


Buchhändler, Buchhandel, Bücher, lesen

China, 1800

„Die Chinesen üben die Buchdruckerkunst schon seit undenklichen Zeiten aus, bedienen sich dazu aber keiner Pressen, wie die Europäer. Sie schneiden ihre Lettern in Stücken Holz. Ihr Papier ist sehr fein und durchsichtig, und verträget nur auf einer Seite den Druck; daher ist jedes Blatt doppelt, und zwar so, daß sich der Falz am äußersten Rand befindet. Sie binden ihre Bücher in eine Art von sehr sauberer grauer Pappe, in feinen Atlas, oder in Seide, mit LaubWerk oder Blumen; einige sind in rothen Brokat, mit silbernen und goldenen Blumen, gebunden – eine Art von Einband, der sehr schön und sauber ist. Ihre Bücher sind auf dem Einbande mit SchriftZügen bezeichnet. Die gemeinen Leute haben Balladen und Lieder, deren HauptGegenstand Regeln der Höflichkeit, Pflichten des gemeinsamen Lebens und moralische Maximen sind. Die Chinesischen Romane sind unterhaltend und belehrend, erheitern die EinbildungsKraft, ohne das Herz zu verderben, und sind voll von Axiomen, welche durch die nachdrücklichste Empfehlung der Ausübung der Tugend Verbesserung der Sitten bezielen.
Da, wie Chinesen gar wohl wußten, die politische Existenz einer Regierung von der richtigen Leitung der Regungen der Natur abhängt, so wurden gegen alle Schriften, die wider den Wohlstand und der Ordnung sind, in ihrem GestzBuche die härtesten Strafen festgesetzt.
Diejenigen, die Bücher der Art schreiben, werden von dem größten Theile des Publikums verabscheut, und die Herausgeber derselben sind eben diesen Gesetzen unterworfen, die kein Mensch, steh‘ er auch in noch so hohem Range, bekleid‘ er auch noch so wichtige Stellen, ungestraft verletzen kann. Dieses außerordentliche Volk lässet der Kultur der Wissenschaften die größesten Aufmunterungen angedeihen. Die Gelehrten haben den Rang vor dem Militair, können zu den höchsten Stellen ernannt werden, und erhalten von allen VolksKlassen Beweise der tiefsten Ehrfurcht.
Die Sprache der Chinesen hat weder mit igend einer todten, noch lebendigen einige Aehnlichkeit; alle andern haben ein Alphabet, deren Buchstaben vermöge der verschiedenen Zusammensetzungen Sylben und Wörter bilden, indeß die Sprache der Chinesen kein Alphabet, sondern so viel Charaktere und Figuren, als Wörter und WortBiegungen hat.
Es gibt Chinesisches Papier, welches von BaumWolle, anderes, das von Hanf gemacht ist; andere Sorten desselben werden von BambusRohr, MaulBeerbäumen und HagebuttenSträuchern gemacht, welche letztere Gattung am meißten im Gebrauche ist. Die innere Schale wird durch Maceration und Reiben zu einer flüssigen Masse gemacht, welche in Formen gegossen wird. Die Bogen werden dann in einer Art von geheizter Stube getrocknet.
Die Tinte, die man gewöhnlich Chinesisce Tinte oder Tusche nennt, wird aus Lampenruß gemacht, den man mit Bisam und etwas Leim in einem Mörser stößt und reibt. Hat man sie so zu einem festen Teig bereitet, so thut man sie in kleine Formen, drücket beliebige Charktere und Figuren darauf, und lässet sie an der Luft oder Sonne trocknen.
Die Chinesen bedienen sich keiner Federn, sondern aus Haaren, und vorzüglich aus KaninchenHaaren bereiteter Pinsel. Wenn sie schreiben, haben sie ein kleines Stück geschliffenen Marmors mit einer Vertiefung an dem einen Ende desselben, worein sie Wasser gießen, auf dem Tische, tauchen ihre TuschStange hinein, und reiben sie, je nachdem sie die Schrift schwarz haben wollen, auf dem geschliffenen Theile des Marmors mehr oder weniger. Beim Schreiben halten sie den Pinsel senkrecht, schreiben in Kolumnen von oben nach unten, und fangen zur Rechten an. Auf diese Weise enden sie ihre Bücher da, wo die Europäer die ihren anfangen, indem das letzte Blatt dieser das erste der Chinesischen Bücher ist.
Papier, Tinte, Pinsel und Marmor werden ‚Pau-tsee‘, das ist ‚die vier kostbaren Dingen‘ genannt.“


 

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