Der  Gastwirt,  im alten Sinne von ‚Kost und Logis‘,
hat sich umgangssprachlich schon länger vermischt mit denen, die lediglich für Bewirtung sorgen.

Gastwirt, eine Person, die Reisende in ihrem Hause, der Gastwirtschaft, gewerbsmäßig beherbergt. Die einfachsten Gastwirtschaften, besonders für reisende Handwerksburschen, sind die Herbergen; unter Gasthöfen, Gasthäusern versteht man gegenwärtig meist Gastwirtschaften für kleinen Betrieb, für den Verkehr der Umgegend, während dem großen Verkehr die Hotels dienen.
Gastwirt, Schankwirt, Kneipe, BierausschankVerschieden vom G. ist der Schenkwirt, dessen Gewerbebetrieb nur in Verabreichung von Getränken und Speisen besteht; die Benennungen: Krug, Kretscham, Wirtshaus, Wirtschaft, Restauration, Kaffeehaus etc. bezeichnen verschiedene Arten des Betriebs der Schenkwirtschaft. Nach dem deutschen Handelsgesetzbuch ist jeder Wirt Kaufmann, und wenn sein Gewerbebetrieb über den Umfang des Kleingewerbes hinausgeht, Vollkaufmann. Angestellte Kellner, Portiers, Hausdiener, Köche, Haus- und Zimmermädchen etc. sind Gewerbsgehilfen.

(Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage, 1902–1920)

Gastwirt, Gastwirtschaft, WegweiserSeit dem Mittelalter entstanden Gasthöfe, Gasthäuser und Gastwirtschaften auf dem Land und in den Städten. Abhängig vom erworbenen Privileg durften Getränke ausgeschenkt, Speisen angeboten oder in Herbergen Quartiere zur Übernachtung bereitgestellt werden.
Die erteilten Konzessionen konnte auf den Betreiber (Personenrecht), direkte Nachkommen (Erbrecht) lauten oder mit dem Gebäude verbunden sein (Realrecht).
Gelegentlich fanden sich Zünfte in größeren Städten.

 


Berufsbezeichnungen für den Gastwirt

Gastwirt,   Wirt – (veraltet) Wirth,   Dorfwirt – (veraltet) Leitgeb,   Gastgeber,   Gasthalter,
Schenkwirt,   Schenker,  Schankwirt,   Mundschenk,   Gassenwirt,   Kaschemmenwirt,    Kneipenwirt,   Kretschambesitzer,   Kretschmer,   Krüger,   Tabagist,   Taferner,   Taverner

Spezialisierungen: Bierschenk und Weinschenk  (nur Getränke)
verwandte Berufe heute: Gastronom, Hotelier (Hotelbetreiber), Imbisverkäufer


 

 


Auch giebt es an allen Orten gewisse Leute, welche sich davon nähren, Wein und Bier, gegen Bezahlung in der Maaß, in welcher es verlangt wird, auszuschenken. Solche Leute, welche von der Obrigkeit dazu berechtiget sind, heißen Wein- und Bierschenken, und wenn sie die Freyheit haben Gäste zu sezen, auch Reisende mit Wagen und Pferden aufzunehmen und zu bewirthen, Gastwirthe und ihre Bewohnung Wirthshaus, Gasthof oder Hotel. Ein guter Wirth muß also nicht nur ein geräumiges Haus mit vielen Zimmern für allerley Gattungen Menschen, und gute Ställe und Keller haben; sondern auch mit guten Betten, Haus- und Tischgeräthe, Speisen und Getränke, ingleichen mit gutem Gesinde und Aufwärtern versehen, er selbst aber reinlich, höflich und billig seyn – den Nuzen, die Bequemlichkeit und das Vergnügen seiner Gäste auf alle Weise zu befördern suchen, und sich dadurch eine häuffige Einkehr verschaffen. Gemeiniglich haben die Gasthöfe, ia selbst die kleinsten Schenken, gewisse Zeichen und Schilde, daduch sie von andern unterschieden, und den Passagiers und Fuhrleuten bekannt gemacht werden können.
(aus: Hrsg. J.S.Stoy. Bilder-Akademie für die Jugend. Nürnberg 1784)


Redewendungen und Sprichwörter

  • Was der Wirt schenkt, hängt er am Schilde aus.
  • Wo der Wirt vor der Tür steht, da sind nicht viele Gäste.
  • Je größer das Gastschild, je zäher das Fleisch.

 

%d Bloggern gefällt das: