Der Eisverkäufer

Zeichnung: Wiener Gefrorenes-Verkäufer mit Handkarren und Glöckchen ~1880, AT

Eisverkäufer erzeugen und verkaufen leckeres Speiseeis.

Das früheste, dem heutigen Sorbet ähnelnde Speiseeis gab es vermutlich im antiken China, war aber auch in der europäischen Antike bekannt. Mit dem Untergang des Römischen Reiches ging das Wissen über die Zubereitung der kalten Süßspeisen verloren und wurde erst im auslaufenden Mittelalter neu belebt.

Farbfoto: Türschild vom seit 1686 in Paris existierenden Eiscafé Procope


Im 16. Jahrhundert wurde Speiseeis aus Wasser und Fruchtsaft zu einer italienischen Spezialität. Gemutmaßt wird, dass sich die kalte Köstlichkeit in Frankreich verbreitete, nachdem Katharina von Medici durch Heirat 1533 an den französischen Königshof gelangt war.
Das erste französische Café, das auch Speiseeis anbot, wurde 1686 in Paris vom Italiener Francesco Procopio di Cultelli unter dem Namen ‘Café Procope’ eröffnet. Alsbald wurde es auch in anderen vornehmen europäischen Kaffeehäusern zunehmend üblich, Speiseeis anzubieten. Die vermutlich erste deutsche Eisdiele wurde 1799 in Hamburg eröffnete.
In den späteren USA gründeten italienische Einwanderer die erste bekannt gewordene Gelateria 1770 in New York.

Rötelzeichnung: Geschäftiges Treiben in der Küche eines Eisrestaurants ~1820, USA



Szene in der Küche eines Eisrestaurants:


Oben rechts mehrere Regale mit Formen und Geräten zur Herstellung von Eis.

In der Bildmitte hält eine Frau ein mit Eis gefülltes Schälchen. Zu ihrer Linken bietet ein junges Mädchen einem Jungen Eis mit einem Löffel an. Ein kleinere Junge hebt mit offensichtlicher Freude die Hände nach oben.

In der Bildmitte füllt eine Frau eine Eistüte, während rechts von ihr eine andere Frau mit einer Form hantiert.

Im Hintergrund trägt ein Kellner ein Tablett mit Eisbechern durch einen Torbogen zu einem Kundentisch unter einer Markise.


Berufsbezeichnungen

Eisverkäufer und Eisverkäuferin   –   (veraltet)  Gefrorenesverkäufer

in anderen Sprachen
Albanisch:shitësi i akullores
Bulgarisch:продавач на сладолед
Dänisch:flødeis sælger
Englisch:ice cream seller
Esperanto:glaciaĵvendisto
Finnisch:jäätelön myyjä
Französisch:vendeur crème glacée
Griechisch:πωλητής παγωτού
Isländisch:ís seljandi
Italienisch:venditore di gelati
Latein:glacies crepito venditor
Niederländisch:ijs verkoper
Norwegisch:iskremselger
Polnisch:sprzedawca lodów
Portugiesisch:vendedor de sorvete
Rumänisch:vânzător de înghețată
Russisch:продавец мороженого
Schwedisch:glass säljare
Slowakisch:predajca zmrzliny
Slowenisch:prodajalec sladoleda
Spanisch:vendedor de helados
Tschechisch:prodejce zmrzliny
Türkisch:dondurma satıcısı
Ungarisch:fagylalt eladó

Berufsfamilie:           Verkauf,   Genussmittel
verwandte Berufe:   Konditor


kolorierter Stich: Eisverkauf in einem Zelt am Pariser Boulevard Poissonnière - 1846, FR

Lange Zeit war der Konsum von Eiscreme ein exquisites Vergnügen der höher gestellten Gesellschaft. Das änderte sich, als im 19. Jahrhundert Speiseeis zum Mitnehmen preisgünstig auch öffentlich verkauft wurde.

Kupferstich: auf einem Schemel sitzender Eisverkäufer in Rom ~1820, IT








Anfangs zogen Eisverkäufer zogen mit ihren Behältnissen durch die Straßen und boten Eis in kleinen Bechern an, die von den Kunden hernach wieder zurückgegeben wurden.

Für mehr Mobilität und größeres Sortiment kamen dann ab ca. 1900 zunehmend kleine fahrbare Stände zu Einsatz.


Zeitspuren


Werbung für Speiseeis


Sahneeis, Eiscreme = mind. 7% Milchfett
Milcheis, Kefireis, Joghurteis = mind. 2,5% Milchfett
Magermilcheis = weniger als 2,5% Milchfett
Pflanzenfetteis
Wassereis
Sorbet


Scroll to Top