Der Bonbonmacher

Farbfoto: bunte Bonbons - 2010

In einem Kessel werden Zucker und Glukosesirup bei bis zu 150°C aufgelöst. Die so gewonnene Masse wird auf eine kalte Platte ausgegossen. Dann kommen weitere Zutaten bzw. Aromen in Pulverform hinzu. Die zähe Masse wird mehrfach gefaltet und abschließend geknetet, um alles miteinander zu vermischen. Dieser Zuckerteig kommt nun in die Bonbonmaschine. Dort können verschiedene Prägewalten eingesetzt werden, die unterschiedliche Muster haben. Nun müssen die entstandenen Bonbonstreifen etwas aushärten. Danach werden sie gestürzt und zerfallen in einzelne Bonbons. Die Bonbons kommen in ein Sieb und die Krümel werden herausgesiebt. Manchmal bekommen die süßen Köstlichkeiten noch einen Überzug, das nennt man dragieren.

Foto: bunte Bonbons
2010 – [Foto: Sulamith Sallmann]

Berufsbezeichnungen

Bonbonmacher und Bonbonmacherin, Bonbonkocher

in anderen Sprachen
Albanisch:krijues karamele
Baskisch:gozokiak maker
Bosnisch:candy za kavu
Bulgarisch:машина за бонбони
Dänisch:slik maker
Englisch:candy maker
Esperanto:bombono farinto
Estnisch:kommid tegija
Französisch:fabricant de bonbons
Isländisch:nammi framleiðandi
Italienisch:creatore della caramella
Lateinisch:factorem candy
Litauisch:saldainiai virimo aparatas
Luxemburgisch:Kamellen laanschtgaangen
Niederländisch:candy maker ?
Norwegisch:godteri maker
Polnisch:ekspres słodycze
Portugiesisch:fabricante de doces
Rumänisch:Cofetarul
Russisch:конфеты производитель
Schwedisch:godis kokare
Serbisch:бомбоне кафу
Slowenisch:sladkarije kavo
Spanisch:fabricante de caramelos
Tschechisch:
Türkisch:şeker üreticisi
Ukrainisch:цукерки виробник
Ungarisch:édességet készítő

Berufsgruppe: Nahrung- und Genussmittelhersteller
Berufsfamilie: Süßwarenhersteller
verwandte Berufe:   Zuckerbäcker, Pralinenmacher


Der oder das Bonbon

sw-illu: eingewickelter Bonbon

Batzen, Bömsken, Bonbon, Drops, Dragee, Karamelle, Kamelle, Klömbje,
Gutschen, Pastille, Plompenzieher, Süßchen,
Zuckerl, Zuckerplätzchen, Zuckersteinchen, Zuckerwerk


Brausebonbon, Hustenbonbon, Sahnebonbon, Fruchtbonbon, gefüllte Bonbons, Halsbonbon, Kaubonbon, Malzbonbon, Minzbonbon


Arbeitsprozess

Foto: zwei Jungen und ein Mann gießen Bonbons
1919, NL/Enschede – [Foto: J.D. Filarski]

Das Gießen der Bonbons.
Der im Vordergrund stehende Junge drückt einen Stab in Gipsformen, die in einen Bottich mit pulverisierter Stärke gelegt werden.
Der Mann gießt den gekochten Zucker mit Hilfe einer Kelle mit vier Tüllen in die Hohlräume.
Als letztes beträut der Junge das ganz mittel eines Siebes mit Puder, was die Außenseite aushärten lässt.

Foto: Mädchen und Frauen am langen Tisch verpacken Bonbons
1919, NL/Enschede – [Foto: J.D. Filarski]

Verpacken der Bonbons.


Geräte und Zubehör

  • Bonbonmaschine mit auswechselbaren Prägewalzen
  • Sieb
  • Gießformen

Ausbildung

1953

“Bonbonkocher (Bonbonmacher), industrieller Lehrberuf, abgeschlossene Volksschulbildung, Lehrzeit 3 Jahre zur Berufsgruppe der Nahrungs- und Genußmittelhersteller und zur Berufsfamilie der Süßwarenhersteller gehörend. Der Bonbonkocher stellt Zuckermassen her und verarbeitet sie zu Hart- und Weichbonbons aller Art. Der Bonbonkocher macht auch gebrannte Mandeln, Dragees, Kaugummi und dergleichen. Der Beruf verlangt kräftigen Körper, scharfen Geschmacks- und Geruchssinn.
Facharbeiterprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer.
Weiterbildung: Besuch von Fachschulen.
Aufstiegsmöglichkeiten: Vorarbeiter, Werkmeister.”


(Quelle: Julius Streller: Wörterbuch der Beruf. 1953. Körner Verlag, Stuttgart)

1966

“Die Berufsbezeichnung sagt, um was es hier geht. Wieviel Sorten Bonbons, Pastillen, Dragées es doch gibt! Ihre Füllungen und Geschmäcke, ihre Färbungen und Aromas, die Zusatz-, Gewürz- und Hilfsstoffe zu kennen und die Geheimnisse darum herum sind, das ist für manchen Grund genug, diesen Beruf zu erlernen. Die Herstellung verläuft grösstenteils maschinell, so dass auch dem technischen Verständnis erhebliche Bedeutung zukommt. Lehrzeit in der Industrie 3 Jahre.”

(Quelle: W. Leber/B. Burges: Der junge Mann vor der Berufswahl. Hallwag Verlag, Stuttgart 1966)

Seit 1980 wird im Beruf des Bonbonmachers in Deutschland nicht mehr ausgebildet.

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