Der Laternenanzünder

Foto: leuchtende verzerrte Straßenlaterne
kleiner Laternenanzünder steht auf Pferd um Lampe anzuzünden
1867

Die Arbeit der Laternenanzünder.
Eine Laterne ist eine wettergeschützte Lampe. Der Lampenanzünder hatte die Aufgabe, die Straßenlaternen bei Einbruch der Dunkelheit anzuzünden, um den Menschen – vorallem in den größeren Städten – des nachts mehr Sicherheit zu bieten.
natürlich mussten die Lampen bei Anbruch der Morgendämmerung wieder ausgelöscht werden.
Die Kosten zum Unterhalten der Gassenlaternen wurde mitunter anteilig von der Stadtkasse getragen und zum Beispiel in Dresden von den Schänken anteilig pro verkauftem Getränk.
Nicht selten war der Laternenanzünder auch der Lampenputzer. Also ein Lampenwärter, der für die Funktionstüchtigkeit der Straßenlaternen zu sorgen hatte.
Damit die Lampen zügig am Abend angezündet werden konnten, waren die Lampenknechte dazu angehalten, die Lampen bereits tagsüber mit Öl aufzufüllen und die Dochte einzustecken. Sie hatten auch darauf zu achten, kein minderwertiges Öl zu benutzen, was die Lichtqualität einschränken wurde, da diese nur die Lampe unnötig mehr zurußen. Allerdings wurde ihn dies meist vom Oberaufseher ausgehändigt.
Die Dochte mussten nach genauer Vorgabe von ihnen selbst anfertigt werden. In der Regel hatten sie festgelegte Lampen zu versorgen. Die Zahl schwankt in den Berichten zwischen 20 und 100 Stück.

Wie lange die Straßenlaternen jeweils Licht spenden sollten, wurde unterschiedlich festgelegt. Zum Beispiel von Anfang November bis Ende April von 5 Uhr abends bis 2 Uhr morgens. Von Mai bis Ende Juli von 10 Uhr abends bis 1 Uhr früh. Von August bis Ende Oktober dann von 8 Uhr nachts bis 2 Uhr morgens. Aber wie gesagt, war das von Ort zu Ort verschieden und auch am gleichen Ort wurden immer wieder neue Regelungen getroffen, um Kosten einzusparen. Mitunter entzündete man auch nur jede zweite Lampe in Nächten mit hellem Mondschein. Auch sparte man sich mancherorts das Erleuchten der Laternen in den helleren Sommermonaten. Manche Städte hatten Leuchtenkalender.

Während der Brenndauer der Straßenlampen hatten die Laternanzünder darauf zu achten, dass niemand durch eine herabfallende Lampe verletzt würde. Das konnte bei starkem Sturm durchaus einmal geschehen. Dann waren sie dazu angehalten, die Lampen abzunehmen, sofern das bei diesem Lampentypus möglich war. Sie mussten auch nachsehen, wenn eine Lampe nicht richtig brannte, aufpassen, dass niemand mutwillig die Lampen beschädigte oder das durch unsachgemäße Behandlung ein Feuer ausgelöst wurde.

Mitunter benötigte man Laternenanzünder noch bis in die 1960er Jahre – so lange Gas- und Öllaternen in der Stadt im Gebrauch waren.


Berufsbezeichnungen

Laternenanzünder, Lampenwärter, Lampenanzünder, Laternenknecht, Lampenversorger, Lampenmann

in anderen Sprachen
Afrikaans:lamppaan
Albanisch:ndezës llambash
Bosnisch:lampica, palilac lampi
Bulgarisch:ndezës llambash
Chinesisch:
Dänisch:lamper
Englisch:lamplighter, lamp burner, lighterman
Esperanto:laterno
Estnisch:lambivalgusti
Finnisch:lampunvalaisin
Französisch:allumeur de réverbères, electeur
Griechisch:φωτιστικό
Isländisch:ljósaperur
Italienisch:lampionaio
Kroatisch:fenjerdžija
Lettisch:lukturītis
Litauisch:žibintuvėlis
Niederländisch:lantaarnopsteker
Norwegisch:lampelys
Polnisch:latarnik
Portugiesisch:acendedor de lâmpadas
Rumänisch:lampagiu
Russisch:фонарщик
Schwedisch:lykttändare
Serbisch:лампица
Slowakisch:lampáš
Slowenisch:vžigalnik
Spanisch:farolero
Tschechisch:svítilna
Türkisch:lamba ışığı
Ukrainisch:ліхтарик
Ungarisch:lámpagyújtogató

Berufsfamilie:   Hilfsberufe, Sicherheitsleute
verwandte Berufe: Beleuchter, Lampenputzer, Lampenwärter, Nachwächter, Turmwächter


Laternenanzünder bei der Arbeit
vor 1836, FR, Paris – [Carle Vernet]

Utensilien des Laternanzünders

Anzünderohr, Auslöschstängelchen, Putzhäkchen, Leiter, blecherne Ölfläschchen mit pflanzlichem oder tierischem Öl, Ersatzdochte aus Baumwolle, kleine Handlaterne, Putzschere, Wischlappen

Laternenanzünder: Illustration mit englischem Spruch
1829, England