Die Lampenputzer

dekorative Straßenlampe aus Froschperspektive

zwei Lampenputzer putzen elegante große Lampe

Die Lampenputzer hatten vorranging die Aufgabe die Lampen in den Theatern sauber zu halten. Aber auch die Gaslaternen auf der Straße und in den Parks mussten regelmäßig geputzt werden. Darunter verstand man hauptsächlich, dass man sie vom Ruß befreien musste. Mitunter übernahm der Lampenputzer auch die Aufgaben des Laternenanzünders und machte die Lampen an und aus.
Man findet auch Lampenputzer im Hüttenwesen und bei der Bahn.


Berufsbezeichnungen

Lampenputzer, Laternenputzer, Lichtputzer, Lampenwischer


in anderen Sprachen
Afrikaans:Lampskoonmaker
Albanisch:Pastrues llambash
Arabisch:منظف ​​المصباح
Baskisch:Lanpara garbitzailea
Bosnisch:Sredstvo za čišćenje lampi
Bulgarisch:Почистващ препарат за лампи
Chinesisch:燈管清潔劑
Dänisch:lampe renere
Englisch:lamp cleaner, lamptrimmer
Esperanto:Lampa purigilo
Estnisch:Lambipuhasti
Finnisch:Lampun puhdistaja
Französisch:nettoyant pour lampe
Griechisch:Καθαριστικό λαμπτήρα
Irisch:Glantóir lampa
Isländisch:Lampahreinsir
Italienisch:detergente per lampade
Japanisch:ランプクリーナー
Kroatisch:sredstvo za čišćenje lampi
Latein:lucerna lautus
Lettisch:lampu tīrītājs
Litauisch:lempos valiklis
Luxemburgisch:Lampenreiniger
Niederländisch:lamp reiniger
Norwegisch:lampe renere
Polnisch:Środek do czyszczenia lamp
Portugiesisch:limpador de lâmpada
Rumänisch:curatator de lampi
Russisch:Очиститель лампы
Schwedisch:lamprengörare
Serbisch:cредство за чишћење лампи
Slowakisch:Čistič žiaroviek
Slowenisch:Čistilo za svetilke
Spanisch:limpiador de lámparas
Tschechisch:Čistič lamp
Türkisch:lamba temizleyici, lambpadschy
Ukrainisch:Засіб для чищення ламп
Ungarisch:Lámpatisztító
Walisisch:Glanhawr lamp
Zulu:Ukuhlanza amalambu

Berufsfamilie:   Reinigung
verwandte Berufe: Laternenanzünder

Nikolaus I. und der Lampenputzer

Anekdote in Zeitung
1903-06-08, USA, Chicago – [Abendpost-Sonntagpost]

Man schreibt aus Petersburg: Ein paar Bäuerlein mit Bittschriften in der Hand, haben sich vor dem Wagen des Zaren in den Staub geworfen – erfüllen die Gemüther der russischen Polizeibeamten mit Schrecken. Beweisen sie doch deutlich, daß trotz aller Vorsichtsmaßregeln Unvorhergeschehenes geschehen kann.
Und wahrlich, die Vorsichtsmaßregeln, die heute in Rußland getroffen werden, um das Leben des Zaren zu schützen, sind umfangreicher Natur. So wurde seinerzeits allen jenen Hausbesitzern Moskaus, deren Häuser an den Straßen gelegen sind, welche der Kaiser zu seiner Einfahrt ins russische Mekka benutzen wollte, ein offizielles Schriftstück eingehändigt. Dieses Dokument enthielt 6 Paragraphen, von denen wieder ein in 5 Unterparagraphen zerfiel, und war so scharfsinnig abgefaßt, daß bei Ausführung der darin angegebenen Vorschriften keine Maus, geschweige denn ein Nihilist in die von der Polizei ins Auge gefaßten Häuser hätte schlüpfen können.
Angesichts des polizeilichen Überwachungssystems, wie es von Herrn v. Plehwe mit deutscher Gründlichkeit geübt wird., erscheinen die Zeiten Kaisers Nikolaus I. beinahe in einem rosigen Lichte; fast möchte man an die Legende von „den guten alten Zeiten“ glauben, wenn man Kenntniß von solchen Vorgängen nimmt, wie dem weiter unten geschilderten.
Die Anekdote spielte sich in den vierziger Jahren des verflossenen Jahrhunderts ab, wo Nikolaus I im Vollglanz seiner Allgewalt stand, wo er als moderner ‚Harun Al Raschid‘ den friedlichen Einwohnern Petersburgs einen heillosen Schrecken einflößte und als echter Gardepapa fleißig Kasernen und andere Drillanstalten inspizierte. Geht da eines Wintertages der Kaiser in seinem Park Zarskoje Selo spazieren. Es ist die Stunde der Dämmerung; nur das Knistern des Schnees unter seinen Füßen unterbricht die Stille des Winterabends. Plötzlich ertönt eine Stimme – von oben!
‚Majestät! Väterchen!‘
Der Kaiser blickt empor. Angelehnt am Laternenpfosten steht auf seinem Leiterchen ein Lampenputzer – ein alter Soldat -, beschäftigt mit dem Putzen der Straßenlaterne.
‚Was willst Du? fragt der Kaiser.
‚Ich wage zu fragen, müssen die Lampenputzer bis zu ihrem Tode dienen oder nicht?‘
‚Frage den Polizeimeister.‘
‚Ei was … Das geht nicht an, Majestät! Der wird mich ja zu Tode prügeln lassen!‘
‚Wie heißest Du?‘
Der Lampenputzer schweigt.
‚Wie heißest Du?‘ wiederholt nochmals der Kaiser.
‚Wird es aber das Väterchen dem Polizeimeister nicht sagen?‘
Wahrscheinlich erschien dem Kaiser diese Frage eher naiv als frech. Deshalb antwortete er:
‚Nein! Ich werde es nicht sagen.‘
Der Soldat nannte Vor- und Zunamen.
‚Wieviel Jahre dienst du denn?‘
‚An die 37, Majestät.‘
‚Gut – Du wirst Deinen Abschied erhalten.‘ –
Infolge dieses Gesprächs gab der Kaiser den Befehl den Etat sämmtlicher Nichtkombattanten in seinem persönlichen Dienste aufzustellen. Bis dahin kam es vor, daß mancher Soldat der dem Invalidenkommando zugezählt wurde, 50 Jahre oder gar bis an sein Lebensende dienen mußte, da er einfach vergessen wurde.
Kaiser Nikolaus hat mehr als einmal diese Episode den ihm Nahestehenden erzählt.
Vielleicht ahnte er nicht, daß sie eine bittere Kritik des ‚Selbstherrschertums‘ enthielt. Heute haben sich die Zustände in Rußland weiter zugespitzt-
Die Mauer, welche sich von jeher zwischen ‚Selbstherrscher‘ und Unterthan erhob, ist höher und steiler geworden.
Gespräche, wie sie Nikolaus I. mit seinem Lampenputzer führen konnte, sind heute nicht möglich. Nikolaus II. wird so gut von der Polizei bewacht und wenn ein Bäuerlein sich vor ihm in den Staub wirft, verkündet es der Telegraph in der weiten Welt.“


Bücher

  • Miß Cummins: „Der Lampenputzer“, 1854
Buchcover
1905 – [Illu: KJ]

Musik

Lampenputzer ist mein Vater

Lampenputzer ist mein Vater
im Berliner Stadttheater.
Meine Mutter wäscht Manschetten
für Studenten und Kadetten.

Meine Schwester hat 'nen Luden
mit drei Jroßen Selterbuden.
Schusterjunge ist mein Bruder
und ick bin das kleenste Luder.

Meine Schwester, die Therese,
hat ein Fahrstuhl in der nese.
Meine Schwester, die Helene,
hat die reinsten Säbelbene.

Franz, mein Bruder, dieser Lümmel
handelt mit Zigarrenstümmel.
Karl, der Kleinste von die Brüder,
singt die unverschämsten Lieder.

Meine lose Tante Olga
sagt zu jedem Kerl: Jawoll-ja.
Meine brave Tante Hedwig
sagt zu jedem klar: Das geht nicht.

Meine Oma heißt Ottilie
hat jegründet die Familie.
Schon als Jungfrau fing sie an,
siebzehn Kinder und kein Mann.

Berliner Volkslied
  • Der Lampenputzer-Galopp
  • Mein Vater ist ein Lampenputzer

Lampenputzergras