rasierenHeutzutage geht in unseren Breitengraden kaum noch ein Mann für ein Rasur zum Barbier.
Dazu hat sich das Rasieren durch moderne Geräte mittlerweile so verbessert, dass es jedermann bequemer zu Hause erledigen kann.  Aber dennoch ist  ein solcher Besuch nicht zu verachten, wenn ‘Mann’ sich mal verwöhnen und richtig einseifen lassen möchte … und einem kleinen Schwätzchen nebenher nicht abgeneigt ist.

Der Barbīer: derjenige, welcher Profession davon macht, andern das Gesicht von den überflüssigen Haaren zu reinigen; ehedem ein Scherer, und in einigen gemeinen Sprecharten noch jetzt ein Bartscherer, oder Bartputzer.

[Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart.
Olms Verlag, 1793-1801]


 

 


Berufsbezeichnungen

Barbier,  Balbierer,  Barbutz,  Barbutzius,  Bartputzer,  Bartscherer,  Bartschneider,  Bartzwicker,  Herrenfrisör
(mundartl.) Balebutz,   (saarld.) Balewutz,   (fränk.) Schermann

(engl.) barber, barbitonsores
(fin.) parturi
(franz.+niederl.) barbier
(ital.) barbiere
(lat.) rasor, tonsor
(rum.) bărbier
(russ.) брадобрей
(schwed.) barberare
(slowak.) holič
(span.) barbero
(ungar.) borbély
verwandte Berufe:   Bader,   Friseur


 

 


[…] Als ich die gedrängten Straßen von Canton und Peking beschrieb, erwähnte ich auch des wunderlichen Volkes, das diese belebt und sein Geschäft in freier Luft treibt. Unter diesen nimmt der barbier einen bedeutenden, wenn nicht den bedeutendsten, Platz ein, und mit seinen Rasiermessern und Bürsten, seinem Sessel, dem kleinen Kochofen und Wasser, wandert er fröhlich von einem seiner zahlreichen Kunden zum andern.
Seine Dienste sind auch viel zu wichtig, als daß man sie entbehren könnte, denn nicht allein ist er ein barbier und Haarschneider, sondern auch Meister in der heilenden Kunst und zugleich ein Shampooer aller derer, die seine Hülfe in Anspruch nehmen wollen. Da Ihr aber wahrscheinlich noch nie etwas von Shapooen gehört habt, so wird Euch die folgende Beschreibung wohl unterhalten.
Ein Chinese, ein ernsthafter dicker Mann, mit einer ungemein kurzen Nase und sehr großen Ohren, trat auf einen solchen Barbier zu, wechselte ein paar geheimnisvolle Worte mit ihm und setzte sich dann ruhig auf dessen Stuhl nieder. Der Barbier jedoch fing an ihn mit ungemeiner Geschwindigkeit, und zwar mit den flachen Händen über den ganzen Körper hin zu klatschen; dann faßte er ihn erst an den Armen und dann an den Beinen und zog und ruckte aus Leibeskräften daran. Bald zerrte er ihn auf dieser Seite, bald auf jener halb vom Stuhl herunter und stieß ihn manchmal in die Seite. Nun betippte er ihn wieder mit den Fingerspitzen von oben bis unten, machte ihm die Finger knacken, und strich ihm Ohren, Schläfe und Augenbraunen; dann fing er an zu kratzen und zu stechen und zu reiben; dann reinigte er ihm die Nägel an Fingern und Zehen, schnitt ihm die Hühneraugen, schüttelte den ganzen Menschen noch einmal tüchtig durch, und ließ sich nun für seine gewiß nicht unbedeutende Mühe ein sehr kleines Stück Geld von geringem Werthe bezahlen. […]
(aus: Friedrich Gerstäcker: China, das Land und seine Bewohner. 1848)

Anzeige




 

Zunftwappen

Zunftzeichen der Barbiere

 


Werkzeuge & Utensilien

Rasierpinsel, Rasiermesser, Streichriemen, Abziehleder, Juchten, Rasierhobel, Rasierklingen, Rasierseife, Rasierschaum

 


Das außereuropäische Rasiergeschäft

 

 


Dies & das

  • Barbier –  Redensarten

  • Ein guter B. hat mehr als ein Schermesser.
  • Ein B.schert den anderen.
  • Wer zum B. geht, bleibt nicht ungeschoren.
  • Ein schlechter B. nimmt Haar und Haut.
  • Es ist ein schlechter B. der nur einen Kamm hat.
  • Der B. will mehr als den abgeschnittenen Bart.
  • Barbiere werden nicht so alt wie Papageien, aber sie sprechen mehr.
  • In einer Barbierstube fehlt es nie an Neuigkeiten.

 


  • Humor

 

[Wilhelm Busch]

um 1900

Merken

%d Bloggern gefällt das: