Die Arbeit der Straßenkehrer.

Straßenreiniger, Straßenkehrer, Straßenfeger

Berliner Typen – Straßenreiniger [F. Bersch]

„Der Straßenfeger.
Im Mittelalter noch starrten die Straßen der Städte vor Schmutz, und oft rudelweise wühlten die Schweine und Hunde den Dreck um und um. Daß damit das Wüten mancher Seuchen Hand in Hand ging, leuchtet uns heutigentags wohl ohne weiteres ein.
Es war daher mit Freuden zu begrüßen, daß in den Städten und Flecken der ehr- und tugendsam Rat nach und nach immer schärfere Bestimmungen herausgab über die Reinigung der Straßen.
Zunächst wurde wohl jeder Bürger verpflichtet, vor seiner Türe zu kehren, so weit eben sein Grundstück reichte und bis auf die Mitte der Fahrstraße hin. Amtspersonen kontrollierten natürlich die Straßen in bezug auf die Reinhaltung.
Später als die Bürger reicher und anspruchsvoller wurden, lehnten sie natürlich die Sorge um die Reinhaltung der Straßen ab. Man mußte diese Arbeit anderen aufbürden. Vielerorts zog man nun einfach die Bewohner der Armenhäuser zu dieser Arbeit heran.
In der Hauptsache aber nahmen die Städte Arbeiter in ihre Dienste, die sich Sommer wie Winter nur mit der Straßenreinigung zu befassen hatten, die Straßenkehrer oder Straßenfeger. Sie waren in Kolonnen eingeteilt. Jede Kolonne hatte einen Vorarbeiter. Sie alle aber unterstanden wieder städtischen Beamten, den meist uniformierten Aufsehern.Straßenkehrer, Straßenfeger, Straßenreinigung
Jede Kolonne hatte ihre bestimmten Straßen und Plätze zu reinigen. Morgens früh zogen sie schon los. Besondere Kehrichtwagen sammelten den Straßenschmutz ein und brachten ihn dann zu den städtischen Kehrichtplätzen.
Der Straßenfeger schwindet aber immer mehr aus dem Stadtbilde; denn die moderne Kehrichtmaschine macht ihn überflüssig; sie arbeitet außerdem zur Nachtzeit, wenn die Straßen leer sind von Menschen.
In Flecken oder größeren Dörfern sieht ma allerdings bisweilen heute noch, wie Sonnabends die Straße, wenn es irgend geht, gespült und vor allen Dingen gefegt werden. Teils führen dies die Grundeigentümer noch selbst aus, oder Armenhäusler besorgen es. Auch hier vermieten sich dann und wann einzelne Leute, meist ältere, um für andere gegen Entgelt die Straße zu kehren. Der berufsmäßige Straßenfeger in den Städten aber schwindet mehr und mehr.“
(Hrsg. Ernst Bock: Alte Berufe Niedersachsens. 1926)


Tätigkeitsbezeichnungen

Straßenfeger, Straßenkehrer, Straßenreiniger


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Straßenreinigung in Nürnberg

„Ein jeder Bäck‘ und Krämer darf in seinem Haus
Bei Eides Treu
Nicht halten mehr als zehn Säu.
Doch wem die Mast noch gehet vor,
Der muß sie halten vor de Tor.
Auch ist ein Knecht dazu bestellt,
Der jeden Tag mit seiner Butte geht.
Falls jemand hingeworfen hätt‘
Tote Säu, Hund‘ oder Katzen,
Faulende Hühner oder Ratzen.
Wenn er die findt‘, er nimmt’s empor,
Trägt’s in der Butten vor das Tor,
Dadurch die Gass‘ gesäubert wird…“

[Aus einem Lobgedicht von 1490]

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