Die Bürstenmacher stellen unterschiedliche Bürsten aus Naturborsten, meistens von Tieren, und in der modernen Zeit auch aus Kunststoffborsten her.

Bürstenmacherin, Handwerk, Bürste

Bürstenmacherin


Berufsbezeichnungen

Bürstenbinder, Bürstenbinderin, Bürstenmacher, Bürstenmacherin, Biʳschdebinneʳ (pfälzisch), purstenpinter (15.Jh.), pirstenpinder (16.Jh.)
in der Pfalz: Bäʳschtebambel (Bürstenbampel) als Scherzname für den hausierenden Bürstenbinder, der seine Bürsten an einem Rückengestell anband, von wo sie herunterbaumelten
brush-maker (engl.), spazzolaio (ital.), borstbindare (schwed.), setarius (lat.)
verwandte Berufe: Pinselmacher, Besenbinder


Die Bürsten

Eine Bürste besteht aus vielen Borsten.

Bürstenmacher, Bürsten, Drahtbürsten, Schuhbürste, Staubbürste

1924 [Katalog Red Spot Paint & Varnish Company]

  • Schuhbürste (Wichsbürste)
  • Drahtbürste
  • Handbürste
  • Kohlenbürste
  • Staubbürste
  • Haarbürste
  • Schrubberbürste
  • Spülbürste
  • Zahnbürste
Bürste, Kohlenbürste

1918

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Herstellung der Bürsten

Bürsten werden aus Schweinsborsten, Ziegen-, Pferde- und Dachshaaren, Reisstroh, Piassava, Stahldraht, verschiedenem Fasermaterial, aus den Blütenständen des Sorghum etc. dargestellt. Die sortierten, gereinigten, wohl auch gefärbten Haare oder Borsten werden auf verschiedene Weise in den aus Holz (Buche, Ahorn, Birn-, Pflaumen-, Ölbaum), Knochen, Elfenbein etc. bestehenden Rücken gefügt. Bei der Rauharbeit werden die durch Aufstoßen auf den Tisch gleichgerichteten Borsten etc. bündelweise am Ende mit Garn festgebunden, in geschmolzenes Pech getaucht, in die Löcher der Rücken gedreht und dann mit der Schere gleich gemacht. Bei der eingezogenen Arbeit werden die Büschel in der Mitte zusammengebogen und daselbst durch Draht oder Bindfaden festgehalten. Die ganz durchgebohrten Löcher sind unten etwas enger als oben. Man steckt den Draht oder Bindfaden durch ein Loch, legt das Bündel in der Mitte auf dasselbe, führt ihn durch dasselbe Loch wieder zurück, zieht stark an und fährt so fort, bis der Länge nach eine Reihe fertig ist, worauf man die Enden des fortlaufenden Drahtes etc. fest ineinander schlingt, jede Reihe auf einem Bleiblock mit einem Beil (Haumesser) abhaut. Die Oberseite des Rückens bekleidet man oft mit einer dünnen Holzplatte. Bei der gedrehten Arbeit schiebt man die an beiden Enden in gleiche Länge geschnittenen Borsten als ein Band zwischen zwei Drähte und dreht diese schraubenartig zusammen, so daß sich mit dem Draht auch die zwischen ihm befindlichen Borsten zu Drahtbürsten winden, die zum Reinigen von Siederohren, Flintenläufen, Pfeifenrohren, Krügen, Flaschen, Gläsern etc. dienen. Die vielfach verwendeten Maschinen teilen die Borsten zunächst in gleiche Bündel von der erforderlichen Größe, falten diese doppelt, umwickeln sie an der Umbiegung mit Draht und schrauben sie dann in die Löcher des Bürstenrückens, worauf die Drahtenden in die Wandungen der Löcher so versenkt werden, daß ein Zurückschrauben oder Herausziehen unmöglich wird. Metallbürsten mit Stücken von Stahl-, Messingdraht etc. statt der Borsten dienen zum Blankbürsten und Bronzieren metallener Gegenstände, zum Reinigen der Feilen (Kratzbürsten), als Kopfbürsten (Haarbürsten) etc. Walzenbürsten tragen die Borsten oder Drähte auf dem Mantel eines Zylinders und dienen in der Spinnerei etc. zum Putzen and Bürsten.
(aus: Meyers Großen Konversationslexikon, Leipzig und Wien 1905-1909)


Sprüche über die Bürstenmacher

  • Der säuft wie ein Bürstenbinder
  • Mir zu, ich bin ein Bürstenbinder.Fischart.
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