Der Bergführer

sw Foto: Bergführer mit Gast auf einem Gipfel im Wettersteingebirge ~1890

Bergführer  sind Alpinisten, die aufgrund ihrer Ortskunde und ausreichender Erfahrung
andere Kletterer oder Wanderer gegen Bezahlung verantwortungsvoll in Gebirgen führen.


Neben Bergtouristen benötigen auch diverse Berufsausübende bisweilen eine Führung in den Bergen oder in sehr schwierigem Gelände. Dazu gehören beispielsweise Rettungskräfte, Grenzwächter und Wildhüter, Vermesser und Kartografen, Forscher und Wissenschaftler (wie Archäologen, Geologen, Biologen).
Die ersten Bergführer waren oftmals Hirten und Bergbauern, welche während der Hauptsaison zwischen März und November interessierten Reisenden (allen voran die britischen) alpine Erlebnisse boten. Das sich entwickelnde Bergführerwesen war für Bergbewohnern eine willkommene zusätzliche Einnahmequelle.

Farbfoto: 1885 eingeführtes Bergführerabzeichen des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins


Auf Grund zunehmender touristischer Erschließung und Nutzung der Bergregionen im 19. Jahrhundert stieg der Bedarf an sicherem Geleit, so dass die Arbeit als Bergführer zu einem eigenen Beruf mit verbindlich geregelter Ausbildung und gesetzlich geschütztem Titel entwickelt wurde.

sw Foto: Schutzhaus in den Alpen ~1910, Österreich


Um die Wende zum 20. Jahrhunderts zogen die Berge immer mehr Städter und wohlhabende Abenteurer an. Als Folge wurde der Bau von Schutzhütten und -häusern forciert und so mancher Bergführer agierte neben seiner Bergführertätigkeit als Schutzhauswirt.


Berufsbezeichnung

Bergführer und Bergführerin

>   in anderen Sprachen
Albanisch:udhëzues mali
Bulgarisch:планинският водач
Dänisch:bjergguiden
Englisch:mountain guide
Esperanto:monta gvidisto
Finnisch:vuoristoopas
Französisch:guide de montagne
Griechisch:οδηγός βουνού
Isländisch:fjallaleiðsögumaður
Italienisch:guida alpina
Kroatisch:planinski vodič
Lateinisch:dux monte
Niederländisch:berggids
Norwegisch:fjellguide
Polnisch:przewodnik górski
Portugiesisch:guia de montanha
Rumänisch:ghidul de munte
Russisch:горный проводник
Schwedisch:bergsguiden
Slowakisch:horský sprievodca
Slowenisch:gorski vodnik
Spanisch:guía de montaña
Tschechisch:horský průvodce
Türkisch:dağ rehberi
Ungarisch:hegyi vezető

Berufsfamilie:   Dienstleistung
Spezialisierungen:   Bergwanderführer,   Berg- und Skiführer , Sherpa
verwandte Berufe:   Bergsteiger,   Bergretter


Touristische Bergführer in Aktion

sw Foto: geführte Bergwanderung mit Touristen aus verschiedenen Ländern ~1925, Schweiz

Bergführergalerie


Ausbildung

Seit der Gründung der Internationalen Vereinigung der Bergführerverbände (IVBV) 1966
wurde die dreigliedrige Bergführer-Ausbildungen international vereinheitlicht:

I – alpinistische Erfahrungen sammeln / dokumentieren gemachter Bergtouren / Zulassungsprüfung zur Aspiranten-Ausbildung
II – Aspiranten-Ausbildung im Sommer und im Winter
III – nach frühestens 3 Jahren kann die staatliche die Prüfung zum Bergführer erfolgen

Die Ausbildung zum staatlich anerkannten Bergführer dauert 3-5 Jahre und kostet ~10.000 Euro.
>   detaillierte Ausbildungsinhalte siehe IVBV-Bergführer

Zur Ausübung dieses Berufes braucht es neben guter Allgemeingesundheit und sehr guter Kletterkondition
auch Wissen um die Bergwelt und das Wetter.
Da man eine große Verantwortung trägt, sollte man sich gut in andere Menschen hineinversetzen können
sowie mit ggf. notwendigen Rettungsmaßnahmen vertraut sein.
Viele Bergführer arbeiten auch in Naturparks und Naturschutzgebieten. Sie beobachten die Flora und Fauna und listen auf,
welche Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind und Schutz benötigen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden


Mit Hilfe von Sherpas hinauf bis aufs ‘Dach der Welt’

Die Sherpa sind ein Bergvolk, das vor 300-400 Jahren aus einer osttibetische Region
in den Zentral- und Süd-Himalaya eingewandert ist.

Farbfoto: Tenzing Norgay Statue - 2006, Indien
sw Foto: Edmund Hillary mit Sherpa Tenzing Norgay nach erfolgreicher Erstbesteigung des Mount Everest - 1953, Nepal

Da sie genetisch sehr gut an den Aufenthalt in großer Höhe angepasst sind werden seit dem frühen des 20.Jh männliche Vertreter dieser Ethnie bevorzugt als Führer und Träger für Bergsteiger-Expeditionen im Himalaya, insbesondere auf dem Mount Everest, angeheuert .
Das führte zu der häufig einseitig synonymen Verwendung von
Sherpa = Hochgebirgsträger.

Weltweite Aufmerksamkeit erlangte der nepalesisch-indische Sherpa Tenzing Norgay, dem am 29. Mai 1953 zusammen mit dem neuseeländischen Bergsteiger Edmund Hillary die Erstbesteigung des 8848m hohen Mount Everest gelang.


Buchempfehlungen

Buchcover

Christian Klucker ‘Erinnerungen eines Bergführers’
– AS Verlag, 2010

Buchcover

Hans Heiss, Rudolf Holzer ‘Sepp Innerkofler’
– Folio Verlag, 2015

Buchcover

Liselotte Welskopf-Henrich ‘Der Bergführer’
– Palisander Verlag, 2015

Buchcover

Kurt Lauber ‘Matterhorn –
Bergführer erzählen’

– Knaur Verlag, 2017


Farbfoto: Internationales Bergführerabzeichen

Scroll to Top