Die Arbeit der Luftschiffer.

Die Luftschiffahrt fand ihren Einsatz in zivilen, wissenschaftlichen (vorallem in der Meteorologie) und militärischen Bereichen.
Es wurden außerdem sportliche Ballonwettfahrten veranstaltet.

“ … Der Luftschiffer muß ein durchgebildeter Meterologe sein, um sich nicht nur vor der Fahrt über die Wetterlage ein genaues Urteil zu verschaffen, sonder auch während seines Aufenthaltes in der Luft die meterologischen Vorgänge unablässig beobachten, sie für seine Fahrt verwerten oder ihre schädlichen Einflüsse rechtzeitig durch Gegenmaßnahme ablenken zu können. Er hat zu rechnen mit Sonnenschein, Niederschlägen, Schichtenbildungen und Gewittern. …“
(aus: Dr. Franz Linke: Moderne Luftschiffahrt. 1903)


Berufsbezeichnungen

Luftschiffer,  Aeronaut, Ballonfahrer, Ballonführer
aeronaut (engl.), aeronauta (portug.), léghajós (ungar.)
Spezialisierungen: Akrobatenluftschiffer, Gewerbsluftschiffer, Berufsluftschiffer, Reklameluftschiffer
verwandte Berufe: Pilot

Sammelbild, Luftschiff, Luftschiffmast, Luftschiffer

vor 1945, Berlin

Befestigung am Berliner Luftschiffmast

Während man Luftschiffe zur Überholung und bei Reparaturen in Hallen unterbringt, geht man versuchsweise dazu über, bei kürzeren Landungen Ankermasten besonderer Bauart zu verwenden. ein Konus am Bug des Luftschiffes greift in einen Trichter auf dem Mast, so daß das Schiff fest verankert liegt und sich doch frei mit dem Wind drehen kann. Solche Masten können bei Verkehrsfahrten für Zwischenlandungen bedeutungsvoll werden.


Entwicklung der Luftschiffahrt

Luftschiffer, Luftballon Heißluftballon

um 1903

  • 1783 Frankreich: Die Brüder Joseph und Etienne Montgolfièr verbrannten feuchtes Stroh und zerhackte Wolle unter einer mit Papier beklebten Leinwandhülle: der erste Warmluftballon (später als Montgolfière benant) stieg auf! Noch unbemannt.
  • 1783 Frankreich/Paris: der Physiker Charles lässt ca. 3 Monate nach dem ersten Ballonaufstig der Brüder Montgolfier, den ersten Gasballon (als Charlière benannt) aufsteigen. Auch hier stiegen noch keine Lebewesen mit auf.
  • Es folgten sehr bald erste Versuche mit Tieren. In einer Mongolfière flogen ein Hammel, ein Hahn und eine Ente in die Luft und kamen wieder wohlbehalten auf der Erde an.
  • Ende 1783 hatten die ersten Menschen den Mut, sich mit einer Montgolfière in die Lüfte zu erheben. Pilâtre de Rozier und Marquise d’Arlandes regelten das Aufsteigen und Fallen mit Hilfe von Schüren und Löschen des Feuers und landete guten Mutes und Gesundheit nach einer halben Stunde wieder auf festem Boden.
  • Charles brachte an seinem Gasballon ein Ventil an und nahm bei seinem ersten Aufstieg ein Barometer zur Höhenmessung mit.
  • Viele Ballone stiegen in den folgenden 50 Jahren auf, doch erfuhren kaum technische Verbesserungen und Entwicklungen. Dennoch zahlten die Besucher brav ihren Eintritt, um dem Spektakel beizuwohnen.
  • Langsam verlor sich der Reiz des Neuen und es mussten neue Attraktionen her. So erfanden sich die Akrobatenluftschiffer, die tollkühne Kunststückchen in der Luft vollführten.
  • Der Italiener Adriani soannte ein Netz um den Ballon und verbesserte die Anbringung der Glutpfanne, so dass die Passagiere nicht mehr so unter der Hitze leiden mussten.
  • Zwischen 1805 und 1838 geschah nichts weiter weltbewegendes rund um die Aeronautik.
  • 1881 Deutschland/Berlin: Gründung des ‚Deutschen Vereins zur Förderung der Luftschiffahrt‘ (seit 1900: ‚Deutscher Verein der Luftschiffahrt‘)

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Zeppelin, Flug, Luftschiff

erster Zeppelin „LZ1“ – erster Flug: 2.Juli 1900 über’m Bodensee

Ballonarten

Freiballon (nicht lenkbar), Heißluftballon, Warmluftballon (Montgolfière), Gasballon (Charlière), Militärballon, Fesselballon, Zepelin, Solarballon, Kugelballon, Registrierballon


Ballonfahrten

Nachtfahrten, Weitfahrten, Ziellfahrten, Schnellfahrten, Wettfahrten, Hochfahrten, Seefahrten, Alpenfahrten, Sportfahrten, Spazierfahrten


Buchempfehlung

  • Dr. Franz Linke: Moderne Luftschiffahrt. 1903
  • Victor Silberer: Der Stand der Luftschiffahrt zu Anfang 1905. Wien
  • Hermann Hoernes: Luftschiffahrt der Gegenwart. 1903
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