HutDie Hutmacher machen selbstverständlich Hüte, darüber hinaus jedoch auch diverse andere Kopfbedeckungen. Huter, wie sie vielerorts genannt wurden, sind höchstwahrscheinlich aus dem Weberhandwerk hervorgegangen.

sw-illu: Herrenhüte herstellenTraditionell waren Hutmacher männliche Hersteller von Herrenhüten.
Für Damenhüte hingegen waren Modisten zuständig, die – obgleich überwiegend – nicht ausschließlich weiblichen Geschlechts sein mußten.
Hüte aus Leder oder Fell wurden vom Kürschner hergestellt.
Zulieferer für alle drei Berufssparten war der Hutformenbauer.
Filzermeister werden seit dem 14. Jahrhundert erwähnt.  2 bis 3 Jahre Lehrzeit und ebenso viele Jahre für die Wanderschaft waren dem Gesellen vorgeschrieben.


Berufsbezeichnungen für Hutmacher

Hutmacher, Hutmacherin, Huter, Hüter (nieders.), Huterer, Hutaufstutzer, Hutschmucker, Loderer
Filzhutmacher,  Filzer, Filzermeister, Strohhutmacher
englisch: hatter, hat maker, capper
französisch: chapelier
finnisch: modisti
italienisch: cappellaio
niederländisch: Hoedemaaker
norwegisch: hattemaker
schwedisch: hattmakare
ungarisch: kalapos


Zunftzeichen der Hutmacher


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Die Herstellung der Hüte

  • Das Filzen, Formen und Färben

alte Abbildung: Hutmacherwerkstatt

Färben der Hüte, Frankreich 1783

Als Filz-Rohstoffe dienten Wolle, Hasen-, Kaninchen-, Otter- und Biberhaar.
Zur Gewinnung einer Filzmasse gab man das Haar zuerst in einen sog. Fachbogen. Dieser wurde zum Schwingen gebracht, wodurch die Haare aufgewirbelt und durchgepeitscht wurden. Nach und nach bildeten die Haare eine flaumige Schicht, die durch ausgeübten Druck einen ersten Zusammenhalt bekam. Diese Masse wurde in eine dreieckige Form gebracht und weiter verdichtet. Anschließend erfolgte das eigentliche Filzen mittels Feuchtigkeit, Wärme und Druck.
Aus dem so gewonnene Filz-Stumpen wurde durch Walken, Rollen und Bürsten der Hut-Rohling geformt. Dieser wurde dann mehrfach gefärbt und getrocknet … nochmals gekocht und rein gestrichen … durch Leim gesteift und wasserdicht gemacht … wieder getrocknet, gebügelt und gebürstet. Zu guter letzt konnte dann das Futter eingenäht, die Krempe gesäumt und der Hut mit einem Band und ggf. mit Federn oder anderem Zierrat versehen werden.


Herstellung der “Münchner Hüte”

Das im Scheidewasser enthaltene Quecksilber und Arsen führte zu typischen Berufserkrankungen wie Gliederzittern und Lähmungen.


Werkzeuge und Hilfsmittel der Hutmacher

Hutspanner, Hutmodel (meist aus Holz), Maßring

Materialien:  Filz, Stoff, Leder, Pelz oder Stroh


Hutarten und -fomen

Baseballcap, Baskenmütze (Barett, Berett), Chapeau Claque, Damenhut, Fez, Filzhut, Gartenhut, Herrenhut, Jägerhut, Kalabreser, Kappe, Klapphut, Matrosenmütze, Melone, Panamanhut, Pelzmütze, Schlapphut, Strohhut, Tirolerhut, Zipfelmütze, Zylinder


Hutanprobe

Hutanprobe: Zylinder

1865


Anpassen von Strohhüten

Der vorbereitete, bereits geflochtene, Hutrohling wird lose auf die passende Hutform gesetzt und mit einem Lappen befeuchtet, um das das Stroh weich und flexibel zu machen. Anschließend wird das Hutmodel fest über die Hutform gezogen. Der Rand des zukünftigen Hutes wird mit Nadel an der Form festgesteckt, um ihn richtig zu spannen. So wird er getrocknet und erhält danach noch ein hübsches Hutband.

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