Flößer, Floß, Holzfloß

Balkan, um 1912

Die Arbeit der Flößer.
Das abgeschlagene Holz wurde zum Fluß geschleift und dort vom Flößer zu einem Floß aneinandergebunden. Ein Floß bestand aus mehreren ‘Tafeln’. So konnten die Baumstämme mithilfe des Flößers flußabwärts am leichtesten zu ihrem Bestimmungsort gebracht werden.

Zusammenbau des Floßes:
Unter Zuhilfenahme von Kantring und Kanthaken wurden die Stämme ins Wasser gerollt. An den beiden Außenrändern wurden Querbalken, s.g. ‘Klampen’ zum besseren Halt angebracht. Dies waren dünnere Stämme. Teilweise wurden mehrere Tafeln übereinandergeschicht, um mehr Holz auf einmal transportieren zu können.
Wollte man schweres Holz wie Eiche und Buche transportieren, wurden es auf das leichtere Holz lose aufgelegt, da man sie selbst nicht flößen konnt.

Mitunter wurden zum Schutz auch Schutzhütten oder Zelte auf den Flößen für die Flößer errichtet. Die Flößer mussten sehr aufpassen, da da Holz durch das Wasser rutschig wurde. Mitunter befestigten sie deshalb Eisenkrampen unter ihren Stiefeln.
Eine Floßfahrt konnte mitunter mehrere Tage dauern.

Die Flößerei hatte bis ungefähr Ende der 1970 Jahre Bestand.


Berufsbezeichnungen

Flößer, Flottage, Flößler, Fluderer, Floßmann, Floßknecht, Ableitner, Floßherr, Flötzer
mitunter auch: Holzhändler
engl.: rafter, rafts man, log driver
ital.: zatteriere
port.: jangadeiro
russ.: сплавщик
ung.: tutajos

“[…] Was den Gross-Handel betrifft, so besteht derselbe in Holz, da die gebirgige Slovakei kaum ein andere Export-Waare besitzt; ausgenommen sind bloss der westliche und südliche Theil, die reich an Wein und Körnerfrüchten sind.
Der Holzhandel selbst jedoch befindet sich nicht in den Händen des slovakischen Volkes, sondern nur die mühevolle Aufarbeitung und Fortschaffung des Holzes, namentlich die Flösserei. Die Flösserei ist kein lukratives, aber dafür äusserst beschwerliches und gefahrvolles Metier, und nicht selten kommt der Fall vor, dass ein armer Flossmann bei der Arbeit von einem niederstürzenden Baumstamme erschlagen wird, oder in den tückischen Wellen des besonders im Frühjahre tiefen und reissenden Waag- und Granflusses ein provisorisches kühles Grab findet, bis sein Leichnam oft erst nach einigen Tagen an’s Ufer gespült und nach vorgenommener Agnoscirung in die Muttererde gebettet wird. Die den Flössern gefährlichsten Felsen sind bei Strečno, sie heissen Margita und Besná.

Die unermesslichen Forste des Hochlandes bieten dem Flösser den zu verarbeitenden Stoff in Hülle und Fülle; er arbeitet jedoch nie auf eigene Faust, sondern gewöhnlich für Rechnung grösserer, meist jüdischer Holzhändler und Unternehmer. Die Baumstämme werden gefällt, per Achse an’s Ufer befördert, da zu Flössen verbunden, mit Brettern und Baumaterial beladen, welche dann bis nach Comorn und Gran schwimmen, um zumeist den Hauptstädtern als Brenn- und Baumaterial zu dienen. Die slovakischen Flösser, die ihre ‘Schiffe’ gleich jenen spanischen Helden hinter sich verbrannt, respective dem betreffenden Händler übergeben haben, kehren dann zu Fuss, oder, viel schneller als auf der Hinreise, nämlich per Eisenbahn, in die Heimat zurück.

Wunderbares leistet der slovakische Flösser in der Askese; er ist gegen Kälte so abgehärtet, dass er im Frühjahre stundenlang im eiskalten Wasser stehen und die Baumstämme behauen oder die Flösse heben kann, ohne sich auch nur einen Schnupfen zu holen.”

(aus: Franz V. Sasinek: Die Slovaken. Eine ethnografische Skizze. 1875)


Werkzeuge der Flößer

Axt, Hammer, Flößernagel, Kantring, Kanthaken, Nägel, Winde, Drahtschlinge (Stropp)


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Die Flötzer.
Die “Flötzer” (Flößer) hatten den gesamten Holzhandel in ihren Händen; sie schafften das Holz teilweise aus dem Wiederwalde, teilweise aber aus Oberösterreich auf der Donau herbei. Die Flötzer waren vor dem Stubentore (Scheffstraße) und Werdertore, wo sich die Kleubhöfe und Holzstadeln befanden, angesiedelt und bildeten eine Bruderschaft, welche ihren Gottesdienst in der St. Johanneskapelle im Werd abhielt. Alljährlich zu den Pfingsfeiertagen veranstalteten sie unter Vorsitz des Stadtrichters in der Scheffstraße vor den Subenhause ihre Versammlung. Durch Vorschriften, welche der Rat der Stadt im Jahre 1405 erließ, wurde ein billiger und gleichmäßiger Verkauf der verschiedenen Holzgattungen gesichert. Bemerkenswert sind die Abgaben der Flötzer an das Stadtgericht. Sie mußten jährlich dem Stadtrichter dreißigtausend Weinstecken, dem Nachrichter viertausend und dem Schrannenschreiber zweitausend liefern. […]
Der Eisentransport erfolgte in Verbindung mit dem Holzhandel, indem das zum Verkaufe bestimmte Holz zu Flößen zusammengefügt und das Eisen verladen wurde.
(aus: Karl Fajkmajer: Skizzen aus Alt-Wien. 1900)


Buchempfehlungen

  • Ralf H. Dorweiler: Der Pakt der Flößer. 2017 – Historischer Roman
  • Hans-Henrik von Köller: Jakob, der Flößer. 2011 – Historischer Roman
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