Ein Edelsteinschleifer beurteilt Edelsteine hinsichtlich Reinheit und Qualität, entscheidet über deren Verwendbarkeit und gibt ihnen zu guter Letzt den richtigen Schliff.

„Die Verwendung der Edelsteine beruht entweder auf ihrem schönen Aussehen und ihrer Härte zusammen oder auf ihrer Härte allein. Im ersten Fall dienen sie zum Schmuck, im anderen zu gewissen technischen Zwecken, die ein besonders hartes Material erfordern.Edelsteinschleifer, Edelsteine, Edelsteinbrut, Rohedelstein[…] Weitaus die meisten und namentlich die schönsten und kostbarsten in ihren wertvollsten Exemplare werden als Schmucksteine verwendet. Zu diesem Zweck sind sie aber in ihrem natürlichen, dem sogenannten rohen Zustande, als sogenanntes „brut“ des Edelsteinhandels, wenig geeignet, weil sie in diesem meist ein unansehnliches Äußeres haben.
Edelsteinschleifer, Edelsteine
Erst nach ihrer Bearbeitung, durch das Schleifen und Polieren tritt ihre ganze Schönheit hervor, erst im geschliffenen Zustande sind sie zum Schmuck tauglich.“

[aus: ‚Edelsteinkunde‘– Dr. Max Bauer, Leipzig 1909]


Berufsbezeichnungen

Edelsteinschleifer, lapidary (engl.)
Spezialisierungen: Diamantschleifer, Achatschleifer

verwandte Berufe: Edelsteinfasser (Schmucksteinfasser)


 


Edelsteinschleifer, EdelsteinschleiferDeckblatt einer Abhandlung über Edelsteine von 1877

Der beste Edelstein ist, der selbst alle schneidet
Die andern und den Schnitt von keinem anderen leidet.
Das beste Menschenherz ist aber, das da litte
Selbst lieber jeden Schnitt, als daß es andre schnitte.
[Rückert]

Die Edelsteine.

Kennzeichen. Edelsteine und Halbedelsteine. Vorkommen derselben. Diamant. Zusammensetzung. Künstliche Edelsteine aus Bor. Die bekannten größten Diamanten der Welt. Diamantenfelder in Brasilien und im Kaplande. Gewinnungsweise. Diamantenpreise. Korund. Rubin. Saphir. Spinell. Zirkon. Smaragd. Die Smaragde von Santa Fe de Bogota. Beryll. Aquamarin. Topas. Turmalin. Granat. Chrysolith. Türkis. Opal. Lasurstein. Malachit. Feldspat. Adular. Labrador. Rhodonit. u.s.w. Der Bernstein und die Bernsteinfischerei. Bergkrystall. Der Fund am Fieschergletscher in der Schweiz. Amethyst. Achat. u.s.w. – Schleifen und Bohren der Edelsteine.

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Die Arbeit der Edelsteinschleifer

Edelsteinschleifer, Rohedelstein, Edelsteinbut, Edelsteinbearbeitung

Rubin als Rohstein und grob in Form gebracht

Am Anfang steht der Edelstein als Rohstoff. Durch das Schleifen in regelmäßige Formen wird die wahre Schönheit der edlen Steine ans Licht gebracht.
Kleinere, reine Exemplare (wie z.B. Diamanten und Rubine oft natürlich vorgefunden werden) können unmittelbar dem Schleifprozess zugeführt werden. Meist aber braucht es erst noch etwas vorbereitende Arbeit:

„Sind aber, wie es bei bei anderen Edelsteinen, z.B. beim Aquamarin, häufig der Fall ist, die in der Natur vorkommenden Stücke für ein einzelnes Schmuckstück zu groß, oder sind, wie oft beim edlen Opal usw., nur einzelne Stellen eines größeren Stückes von genügender Klarheit und Reinheit und diese von trüben, fehlerhaften und daher unbrauchbaren Partien umgeben, so muß der rohe Stein vor dem Schleifen in geeigneter Weise zugerüstet werden, indem man ihn in mehrere Teile von passender Größe zerlegt, oder indem man die unbrauchbaren Teile durch eine minder zeitraubende und kostspielige Operation als das Schleifen entfernt.

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