Ein Dirigent ist der künstlerisch-musikalischer Leiter
eines musizierenden Ensembles von Instrumentalisten und/oder Sängern.
Vor dem 17. Jahrhundert war es allgemein usus, dass ein Ensemble von einem der mitspielenden Musiker, der oft auch der Komponist des aufgeführten Werkes war, geleitet wurde. Dann wurde es üblich, dass die Leitung übernommen wurde von einem Cembalo oder eine Violine aus.
Der Beruf des Dirigenten bildete sich erst im Verlauf des 18. Jahrhunderts heraus.
Daneben gab es bis zum 20. Jahrhundert auch den sogenannten Kapellmeister, der meist größere (Blas-) Orchester dirigierte.
Im militärischen Kontext gab vom Hochmittelalter bis in die Neuzeit der sog. ‚Tambourmajor‘ (auch ‚Stabführer‚ genannt) mit einem etwa hüfthohen Tambourstab den Takt an. Er marschierte der Marschkapelle voraus, wenn Soldaten auf’s Schlachtfeld zogen oder bei Paraden an Obrigkeiten vorbei defilierten. Die Militärmusik hat sich längst über reine Marschmusik hinaus entwickelt; in der Bundeswehr gibt es derzeit 15 Musikkorps.
Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von commons.wikimedia.org zu laden.
Höhrprobe: Radetzkymarsch
Berufsbezeichnungen
Dirigent und Dirigentin, Kapellmeister, Maestro, Orchesterleiter
in anderen Sprachen
Bulgarisch: | проводник |
Dänisch: | dirigent |
Englisch: | conductor, leader, orchestra director |
Esperanto: | kondukisto |
Französisch: | chef d’orchestre |
Griechisch: | αγωγός |
Isländisch: | hljómsveitarstjóri |
Italienisch: | conduttore |
Latein: | concentus magister, conduttore |
Niederländisch: | dirigent |
Norwegisch: | dirigent |
Polnisch: | dyrygent |
Portugiesisch: | condutor, maestro |
Rumänisch: | dirijor |
Russisch: | дирижёр |
Schwedisch: | dirigent |
Slowakisch: | dirigent |
Slowenisch: | dirigent |
Spanisch: | conductore, director de orquesta |
Tschechisch: | dirigent |
Türkisch: | kondüktör |
Ungarisch: | dirigens, karmester, karnagy |
Berufsfamilien: Künstler, Musiker
Spezialisierungen: Hofkapellmeister, Militärkapellmeister, Tanzkapellmeister
verwandte Berufe: Chorleiter, Kaplan, Komponist
Der Dirigent, wie wir ihn heute kennen, erarbeitet mit einem Ensemble ein musikalisches Werk und bringt es mit diesem zur Aufführung. Ihm obliegt die interpretatorische Gestaltung, wozu er Stücke nach seinen Vorstellungen modifizieren und ggf. auch umschreiben kann.
Er ist verantwortlich für die technische Koordination und das harmonische Zusammenspiel der mitwirkenden Musiker, legt fest, in welcher Lautstärke und in welchem Tempo musiziert werden soll und entscheidet, wer die Solopartien spielt.
Das Dirigieren
Zum Dirigieren setzt der Dirigent neben seinen Hände meist einem Taktstock ein
und natürlich auch Gestik, Mimik und seinen gesamten Körperausdruck …
Zur Regelung des metrischen Ablaufs der Musik werden sog. Taktfiguren ausgeführt.

Dirigenten in Aktion
Der Wiener ‚Walzerkönig‘ Johann Strauß (1825-1899) spielte mit seiner Kapelle bei den jährlichen Hofbällen, bei Kammer- und Kinderbällen, dem Thé Dansante und anderen Hoffesten.
Bei Hofbällen trat er mit bis zu 40 Musikern auf, bei Kammerbällen, die in den kaiserlichen Appartments stattfanden, mit nur zehn. Er erhielt ein Honorar von 9 Gulden, Musiker und Instrumentendiener 4 Gulden 30 Kreuzer und Transporteure je 1 Gulden 30 Kreuzer – diese Gagen waren für ein Tanzorchester verhältnismäßig hoch.
• Frauen, die den Takt angeben
Dies & das
• Briefmarken
• Silhouettenbilder
• Humor

• Früh übt sich …
Ausbildung
Der Studiengang ‚Dirigieren‘ existiert in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert.
Voraussetzung für eine Ausbildung zum Dirigenten ist das sichere Beherrschen von mindesten einem Musikinstrument. Für eine heutige hauptberufliche Qualifikation ist ein Studium an einer Musikhochschule, Universität oder Fachhochschule mit entsprechendem Studiengang erforderlich. Um einen Studienplatz zu erlangen, muss man an den meisten Einrichtungen vorab via Eignungstest seine künstlerische Begabung nachweisen. Die Regelstudienzeit beträgt 8 Semester.