Die Arbeit der Spiegler.
Der Begriff „Spiegel“ leitet sich von dem lateinischen Wort „speculum“ ab, was so viel wie schauen oder auch spähen bedeutet. Im Mittellateinischen wandelte es sich dann zu „speglum“  und seit dem Althochdeutschen  ist die Bezeichnung „Spiegel“ geläufig.

1568 [Amman]

1568 [Amman]



Berufsbezeichnungen

Spiegelfabrikant, Spiegelmacher, Spiegler
mirror maker (engl.)

verwandte Berufe

Glaser


Die Wirkweise des Spiegels

Die Spiegelung, welche wir im Spiegel erkennen können, ist eine Reflexion, die durch das Auftreffen und Zurückwerfen des Lichts auf eine Fläche entsteht.

Die Geschichte und Herstellung des Spiegels

Bereits in der Antike benutzen die Menschen für ihre Toilette polierte Metallspiegel, die oft mit Silber oder Platin beschichtet und deren Rückseiten kunstvoll verziert waren. Belege für die ersten Spiegel aus Glas fand man 1 Jh. v. Chr. in Ägypten. Seltsamerweise war diese Wissen um die Herstellung im Mittelalter verloren gegangen, so dass sich nur äußerst selten in dieser Zeit Spiegel finden ließen. In Venedig entwickelte man Anfang des 16. Jh. die Amalgamschicht, eine gesundheitsschädliche Verbindung aus Quecksilber und Zinn, mit der das Glas von hinten bestrichen wurde. Bis weit ins 19.Jh. hinein wurden solche Spiegel angefertigt, die aufgrund der Ausdünstungen von Quecksilberdämpfen, eine starke gesundheitliche Belastung für die Arbeiter darstellte. Die Spiegelherstellung war zudem eine sehr kostspielige Angelegenheit waren, so dass der Aberglauben: wenn ein Spiegel zerbricht, bedeutet das 7 Jahre Unglück, eine schon fast realistische Aussage meinte, weil man so lange für einen neuen Spiegel sparen musste. Die erste deutsche Spiegelfabrik entstand 1697 in Neustadt an der Dosse. Seit Mitte des 19.Jh. fing man an, die Spiegel mit Silberschichten zu versehen. Das sogenannte Nasssilberverfahren konnte auch für die Innenbeschichtung von Hohlkörpern, wie z.B. Christbauschmuck, verwendet werden. Allerdings fand dieses Verfahren nur zögerlich Zustimmung, da die Silberspiegel im Vergleich zu den Amalgamspiegel eine gelbliche Tönung hatten und zerbrechlicher waren. Das Silberspritzverfahren wird seit 1948 auch in Deutschland angewandt.


Werkzeuge und Hilfsmittel der Spiegelmacher


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Produkte der Spiegler

Amalgamspiegel, Autospiegel, Badspiegel, Glasspiegel, Handspiegel, Hohlspiegel, Interferenzspiegel, Konkavspiegel (vergrößert das Abbild), Konvexspiegel (verkleinert das Abbild), Kosmetikspiegel, Metallspiegel (aus Silber, Platin, Bronze, Kupfer – waren schon in der Antike bekannt und in Benutzung), Planspiegel, Rasierspiegel,  Rückspiegel, Standspiegel, Tischspiegel, Vergrößerungsspiegel, Wandspiegel, Zerrspiegel

Miroitier, Spiegelglas, Spiegelmanufaktur, Spiegelteleskope, Spiegelmetall, Spiegelkalotte

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