Fotolabor, Fotolaborant, Fotos entwickelnDas Aufgabengebiet der Fotolaboranten betrifft (im Gegensatz zum gestalterischen Wirken von Fotografen) speziell die technischen Aufgaben der Fotografie-, Film- und Medientechnik.

Vor dem Einzug der heutigen, digitalisierten und Computer gesteuerten Fototechnik entwickelten Fotolaboranten Diapositiv- und Foto-Negativfilme von Hand. In der sog. Dunkelkammer machten sie gewöhnlich erst Kontaktabzüge zur Vorabauswahl und dann die Papierabzüge, sprich: Reproduktionen, Vergrößerungen und Verkleinerungen. Das Restaurieren von s/w Filmen, wie auch das Retuschieren und Kolorieren von s/w Fotos mußten Fotolaboranten früher ebenfalls beherrschen.
Mit zunehmender Entwicklung kamen die chemische Analyse fotografischer Bäder und Lösungen sowie die Untersuchung von fotografischen Materialien hinzu: Mit Hilfe eines Densitometers wurde die Gradation (optische Dichte) von Proben und das Entwicklungsverhalten von Filmen bzw. des Reflexionswertes von Fotopapieren bestimmt. Sensitometer dienten der Ermittlung der Lichtempfindlichkeit von fotografischen Materialien.


Fototechnik, Fotolabor, Negativfilm

Berufsbezeichnungen für Fotolaboranten

Fotolaborant, Photolaborant, früher: Photochemigraph
englisch: photographic laboratory assistent
französisch: photopréparateur
moderne Spezialisierungen: Filmcolorist, Filmlaborant, Farblaborant, Negativcutter, Sensitometrielaborant, Filmlichtbestimmer

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Nach der Erfindung der Fotografie in der erste Hälfte des 19. Jahrhunderts muß die Entwicklung so rasant voran gegangen sein, dass die Fotografen die umfangreiche damit verbundene Arbeit kaum mehr allein bewältigen konnten und sich – ihnen zur Hilfe – alsbald der Berufsstand der Fotolaboranten herausbildete. Die ersten Vertreter nannten sich Photochemigraphen und organisierten sich in einer Innung, zumindest aber Interessengemeinschaft, mit (siehe Abb.) eigenem Wappen:

Fotolaboranten, Photochemigraphen, Wappen

“ … Der Schild im Wappen der Photochemigraphen (erfunden von Franz Stuck, München 1884) ist geteilt und halb gespalten von Schwarz, Rot und Silber. Oben erscheint eine aufgehende Sonne, links eine Säureflasche, rechts eine schwarze Druckerwalze. Der Spangenhelm mit schwarzgoldenem Wulste und ebensolcher Decke trägt als Kleinod drei emporwachsende, natürliche Sonnenblumen.
Devise  »In luce mundus.«  (Im Licht ist die Welt) … „

[H. G. Ströhl: „Heraldischer Atlas“. Stuttgart 1899]


Das Labor der Fotolaboranten: Die Dunkelkammer

  • im 19. Jahrhundert
  • im 20. Jahrhundert

Utensilien und Werkzeuge der Fotolaboranten

Fotolabor, Fotolaborant, Vergrößerungsgerät

1917

Filmdosen, Filter, Fotoklammern, Fotolampe, Messbecher, Reproduktionsapparat,  Thermometer, Vergrößerungsgerät

Entwicklerlösung, Fixierbad


„Im Photolabor eines Photofachgeschäftes werden die eigenen Bilder der Photographen, vor allem aber derjenigen der in die Tausend gehenden Amateurphotographen hergestellt, die zu mancherlei Zwecken aufgenommen wurden.
Der Photolaborant muss zunächst das Negativmaterial entwickeln, fixieren und trocknen, fehlerhafte Negative zum Teil ausflecken, abdecken, abschwächen oder verstärken, anschliessend stellt er die gewünschten Kopien und Vergrößerungen her. Ob es sich um Groß- oder Kleinbildformate handelt, um Schwarzweiss- oder Farbaufnahmen, um Filme von Filmkameras, um Reproduktionen, Vergößerungen, Verkleinerungen, Mikroaufnahmen, jederzeit muss der Photolaborant die Bäder und Lösungen entsprechend ansetzen, Belichtungszeiten bestimmen und die nötigen Vorkehrungen treffen, um das Beste aus den den Aufnahmen herauszuholen. Dazu sind viele praktische und theoretische Kenntnisse nötig. Wie der Photograph hat der Photolaborant auch in den Grundfragen von Licht und Farbe, der Photochemie, Optik und der Mechanik der Photoapparate Bescheid zu wissen.
Man muss Sitzleder, Geduld und Ausdauer sowie eher ruhiges Temperament, Interesse für Chemie und Freude an exakter und sauberer Arbeit haben, wenn man den Beruf des Photolaboranten mit innerer Befriedigung ausüben will. Anlernzeit in Handwerk und Industrie 2 Jahre.“

[W.Leber/ B.Burges: „Der junge Mann vor der Berufswahl“. Hallwag Verlag, Stuttgart 1966]


 

 

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