Die Arbeit der Laternenmaler.

Latenemaler, China

1800

„Die Chinesen wenden sehr viel auf ihre Laternen. Die sie an ihren Festtagen sehen lassen, sind von einer beträchtlichen Größe, sehr mannigfaltig gestaltet und sehr reich verziert. Sie bestehen aus durchsichtigem Papier oder aus Seidenzeug, worauf Blumen, Thiere und dergleichen gemahlt sind, die durch das Licht innerlich belebt zu werden scheinen. Die, mit welcher der Arbeiter beschäfftigt ist, ist von der gemeinsten Art. Jeder, der sich nach Anfang der Nachtwache, ohne eine Laterne von der dargestellten Art, worauf oben sein Nahme und sein Wohnort gemahlt ist, auf den Straßen treffen läßt, kann von den Polizeydienern eingezogen werden.
Man feyert daselbst jährlich ein Fest, welches das Laternfest heißt.
Es fängt sich gegen Abend des dreyzehnten Tages des ersten Monats an und dauert bis den sechzehnten Abends. Während dieser Zeit gehen die Reichern mit Laternen aus, die wohl 10 Pfund Sterling (ungefähr 60 Thaler) kosten. Die, welche der Vicekönig oder andre hohe Staatsbeamte für sich machen lassen, kommen manchmal 100 bis 150 Sterling zu stehen. Die dortigen Laternen sind nur selten von Glas, denn dieses Kunsterzeugnis wird in China nur wenig und nur zu Spiegeln gebraucht. Ihre Häusern können nirgend gelüftet werden udn wo das Licht hineinfällt, da haben sie statt der Fenster Schalen von der Perlmuschel angebracht.“

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